Stadtführung Reichskristallnacht

Am Mittwoch den 9. November 2016 lud wiedermal die Hans Muderlak Concierge Akademie alle aktiven  Mitglieder und Concierge-Anwärter zu einer zweistündigen historischen Stadtführung mit Schwerpunkt auf die Reichskristallnacht ein. Die Führung begann an der Jüdischen Synagoge am St. Jakobsplatz und verlief über den Viktualienmarkt, Westenriederstraße, Maximilianstraße, Max-Joseph-Platz, Promenadeplatz und endete in der Maxburgstraße am jüdischen Denkmal. Hier war die große Synagoge Münchens 1938 zerstört worden. Nicht nur mit Geschichten aus der Zeit des Nationalsozialismus sondern auch mit sehr anschaulichem Bildmaterial konnte unser Stadtführer Hr. Eytan uns stets mitreißen. An diesem informativen Nachmittag bekamen wir sehr viel Wissen angeeignet welches wir zukünftig an unsere Gäste weitergeben können.   

Nochmal ein großes Dankeschön an Herrn Eytan für die Zeit welche er sich für uns genommen hat. Max Kraus

HMCA-Kunstakademie

Hans-Muderlak-Concierge-Akademie

München Hotel Bayerischer Hof - Was zeichnet einen exzellenten Concierge aus?

Dem Gast zuzuhören aber auch durch ein gutes Repertoire an Fachwissen um die Gäste in seinen Bann ziehen zu können.
Das war das Kredo von unserem Ehrenmitglied Hans Muderlak. Welches Themengebiet eignet sich dafür nicht besser als die Kunstgeschichte und ihre verschiedenen Epochen.

Dies hat sich die Hans-Muderlak-Concierge-Akademie zur Aufgabe gemacht um so den Nachwuchs von jungen Hotelmitarbeitern sowie Jung-Concierge an das komplexe Thema spielerisch heranzuführen. Für diese Schulungsreihe konnten wir Frau Dr. Katharina Fischer von der Agentur Artattendane München als perfekte Referentin gewinnen.

Als Start der neu gegründeten HMCA-Kunstakademie wurden die knapp 20 Teilnehmer im historischen Palais Montgelas des Hotel Bayerischer Hof empfangen. Durch die promovierte Kunsthistorikern werden an verschiedenen Schulungstagen die Teilnehmer hochqualitativ mit bekannten Beispielen, wie zum Beispiel den Gemälden der Münchner Pinakotheken oder Gebäuden unserer Innenstadt, bekannt gemacht.

In der bayerischen Landeshauptstadt sind nahezu alle Epochen zu bewundern 

Durch einige bekannte Bauwerke konnte uns Frau Dr. Fischer die Unterschiede der einzelnen Epochen sehr leicht nahebringen, wie zum Bespiel der „Alte Peter“, der ersten Kirche in München, die von dem Stil der Romanik geprägt ist.
Typisch für die Epoche sind vor allem die Rundbögen sowie kleine Fenster und Fabelwesen an den Fassaden. Eines der bekanntesten Bauwerke der Epoche ist der Schiefe Turm von Pisa, welcher durch viele Rundbögen aus der Zeit des Mittelalters diese Stilrichtung sehr anschaulich zeigt.

Im Gegensatz zur Romanik wurden in der Gotik, welche ungefähr im Jahr 1250 begann, viele Spitzbögen in den Gebäuden verbaut und auf eine vertikale Bauweise gesetzt; in München ist dies am ehemaligen Sitz der Wittelsbacher, dem „Alte Hof“, zu sehen.
Vor allem in den Gemälden wurden viele christliche Themen behandelt; meist auf Leinenwänden in braunen, grünen und blauen Farbtönen.

Die antike Kunst wurde um 1450 wieder geboren - die Epoche der Renaissance. Hier wurden sehr viele Techniken aus der Antike aufgegriffen. Gebäude wurden erstmals wieder klassisch mit Säulen und Giebeln errichtet.
Die Michaelskirche in Münchens Fußgängerzone steht für diese Zeit und knüpft durch ihre Bauweise an die nächste Epoche an - den Barock.

Diesen Stil findet man in München ungefähr seit dem Jahr 1600 beispielsweise bei der Theatinerkirche am Odeonsplatz, welche übrigens über einen versteckten unterirdischen Gang zur Residenz verfügt – ausschließlich zur Benutzung durch die Wittesbacher Königsfamilie.

Aufgrund der teilweisen Zerstörung und anschließenden Umbau der Stadt  sind Einflüsse von Gotik und Barock überall auffindbar. Der Barock spiegelt sich bei Betrachtung des  Stadtbildes beispielsweise in mit Stuck verzierten Häusern oder realistisch dargestellten Statuen wieder. In Gemälden sind typische Elemente des Barocken Zeitalters detailverliebt Darstellungen, wobei häufig Bewegungen abgebildet wurden.


Der Spätbarock, genannt Rokoko, ist in München selbstverständlich auch vertreten: So war das goldgeschmückte und aufwändig dekorierte Cuvillies Theater damals der Treffpunkt des Adels und ist heute ein imposanter Schauplatz der Theaterkultur. Auch die Amalienburg auf dem Anwesen des Schloss Nymphenburg oder die Asamkirche können zum Rokoko Stil gezählt werden.

Nach der Französischen Revolution beginnt der Stil des Klassizismus. Die damaligen Künstler und Architekten dieser Epoche orientierten sich eindeutig an der Antike. Anhand von Korinthischen Säulen und Dreiecksgiebel lässt sich beispielsweise die Bayerische Staatsoper als klassischer Vertreter dieser künstlerischen Zeit erkennen.


Mit all diesem erworbenen Fachwissen freut sich der Kurs, das Gelernte beim nächsten Schulungstag in der Innenstadt anzuwenden und dankt auf diesem Weg Frau Dr. Katharina Fischer für ihre hervorragende Unterstützung.

(Christian Roßbach & Joel Vogelgesang – Hotel Bayerischer Hof)

20. April 2016 - Alte Pinakothek

 

Besichtigung der Alten Pinakothek

Im Anschluss an unser theoretisches Zusammentreffen folgte nun der Startschuss in der bekannten Alten Pinakothek, im Herzen des Muesumsareals.

In Auftrag gegeben von König Ludwig I. und unter der Architektur von Leo von Klenze gestaltet, umfasst diese 700 Gemälde in diversen Ausstellungsräumen über die europäische Malerei vom 14. bis 18. Jahrhundert.

Wie gewohnt nahm uns Katharina Fischer erneut an die Hand um uns die historischen Werke näher zu bringen.

Angefangen bei Rafael und seinem Meisterwerk „Die heilige Familie aus dem Hause Canigiani“ (um 1505/1506) , welches die Heilige Familie in strenger pyramidaler Anordnung zeigt und somit ein typisches Merkmal Rafaels aufweist, genau wie die Feinheiten in den einzelnen Gesichtern. Das Familiäre zeigt sich durch die intensiven Blicke der Figuren zueinander.

Leonardo Da Vincis „Madonna mit der Nelke“ (um 1473) ist ebenfalls ein stolzes Aushängeschild der Alten Pinakothek und zugleich das einzige Werk in Deutschland. Es stellt Maria und das Christuskind in unglaublich detailierter Weise dar und zeigt somit da Vincis Prägung durch seinen Meister Verrocchio. Konzentrierte Gesten und die Anwendung von Hell und Dunkel weisen ebenfalls seine künstlerische Handschrift nach.

Gefolgt von Jacopo Tintorettos „Vulkan überrascht Venus und Mars“ (um 1555). Hier wird der bekannte Ehebruch der Venus wiedergegeben. Der misstrauische Vulkan inspiziert das Bett seiner Frau, während der Kriegsgott Mars sich in voller Rüstung unter dem Tisch verkrochen hat und vergeblich versucht den bellenden Haushund zu beruhigen. Tintorettos Begabung zeigt sich hier vor allem in der Spiegelung und an der Weitläufigkeit des Raumes.

Das Highlight der Alten Pinakothek: „Das Große Jüngste Gericht“ von Peter Paul Rubens, 1617. Mit einer Größe von 608,5 x 463,5 cm ist es das größte Werk des Museums. Allein die einzelnen Austellungsräume und Türen wurden einzig und allein für dieses Bild erbaut. Abgebildet ist Christus, der erscheint um die Menschen zu richten. Die Gräber öffnen sich, die Toten stehen auf, um die Scheidung in Selige und Verdammte zu erwarten. Die nackten Gestalten erregten zu damaliger Zeit Missfallen, was zur Folge hatte dass das Werk einige wenige Jahrzehnte zum Teil verdeckt blieb. Die Fülle der abgebildeten Personen machte Rubens für seine „Rubens-Figuren“ bekannt. Das Gemälde wurde im Auftrag von Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg für den Hochaltar der Jesuitenkirche in Neuburg an der Donau geschaffen und ist nun in der Alten Pinakothek zu bestaunen.

Zusammenfassend haben wir die weiter Entwicklung der Kunst vor dem 19. Jahrhundert erfahren und konnte diese Schritt für Schritt begutachten.

(Bericht: Claus Banczyk)

Concierge Akademie Bayern - Das Bayrische Nationalmuseum-Barock und Rokoko Ausstellung

Am 15. Oktober 2015 traf sich wieder die Concierge Akademie unter von Martin Wright & Tobias Lindner, dieses Mal zu einer Führung durch den neueröffneten Westflügel des Bayrischen Nationalmuseums.

Das Thema der gut 1,5 stündigen Führung waren verschiedenste Ausstellungsstücke des
17. und 18. Jahrhunderts die größtenteils des Kunstbesitzes des Hauses Wittelsbach entstammen.
Das bayrische Nationalmuseum an sich ist bereits ein atemberaubendes Gebäude und für jeden Architektur Liebhaber allein deswegen schon einen Besuch wert. Die Ausstellung beginnt direkt interessant und realitätsnah mit historischen Modellen der Stadt München.
Zu sehen gibt’s detailgetreu die Münchner Innenstadt mit Residenz, Odeons Platz und Co.
Anschließend gibt es die Reichtümer der Wittelsbacher zu bewundern, in großen frisch sanierten Ausstellungsräumen gibt es von Möbeln über Waffen bis hin zu Lebensgroßen Statuen einfach alles. In einer schönen Atmosphäre durch das teilweise noch original erhaltene Museumsgebäude werden einzigartige Künstlerische Meisterwerke optimal in Szene gesetzt. Die Werke der Augsburger Gold- und Silberschmiede würden auch heute noch in jeder Hotellobby für staunen sorgen. Mein Persönlicher Favorit und definitiv ein Eyecatcher sind die Elfenbein Schnitzereien an den Möbeln, so etwas hatte ich noch nie gesehen. Für alle die, die am liebsten alles einmal selber in die Hand nehmen würden, gibt es bereits Tablett-Computer die für Anschaulichkeit und Interaktion sorgen.
Besonders Gut ist die Nähe zu München, fast alle Ausstellungsstücke stammen von Bayrischen Künstlern oder wurden durch Hochzeiten der Wittelsbacher mit verschiedenen europäischen Königshäusern nach München Gebracht.
Was die Tour für einen Museums-Laien wie mich unglaublich interessant gemacht hat waren unsere Großartigen Guides. Grade bei Fragen wie man eigentlich auf einen 5 Meter breiten Tisch die Speisen erreicht oder wie denn das Alltagsleben damals so aussah konnten sie bis ins Detail alle Fragen beantworten und noch mehr Interessante Informationen geben!
Am Ende war für jeden etwas Interessantes dabei und das wichtigste, wenn ein Gast ausführliche Informationen zu dieser Ausstellung oder über das München des 17. und 18. Jahrhunderts haben möchte, Wir wissen bescheid!
 

Fabian Göring