Berlin aus Sicht der Concierge

Die Sektion Berlin-Brandenburg hat die Corona-Zeit genutzt, um Berlin und seine Kieze vorzustellen.

Jeder Concierge wohnt in anderen Regionen dieser wundervollen Stadt, stellt diese in den folgenden Berichten vor und lüftet den ein oder anderen Geheimtipp. 

Viel Spaß beim Lesen.

Joachim Lenk - Hotel Adlon Kempinski

MARIENDORF

Ich wohne seit 2002 in der Furkastrasse in Mariendorf, wie Ihr auf den Fotos seht, eine grüne Oase im Süden von Berlin. Ein paar Minuten zu Fuß und ich bin im Britzer Garten, das Gelände einer vergangenen Bundesgartenschau. Nach ein paar Minuten mit dem Fahrrad bin ich schon an der Stadtgrenze und am Berliner Mauerweg. Schulen, Kitas, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants gibt es sehr viele in der Umgebung, eine gastronomische Empfehlung ist der Sommergarten vom Landhaus Alpinia in der Säntisstr. Ein Steinwurf entfernt liegt die Trabrennbahn, bundesweit bekannte Sportstätte für hochkarätigen Pferdesport. Ich fühle mich mit meiner Familie hier sehr wohl, wir genießen die Ruhe und sind doch schnell in der City, wenn wir ausgehen wollen. Auf dem Foto von unserer Terasse sehr Ihr, dass wir aber auch viel Zeit zu Hause verbringen können.

Bernd Röhner - Hotel Hilton

FREDERSDORF in Brandenburg

Liebe Logenfreundinnen und -freunde, Brandenburg ist groß und vielleicht etwas unübersichtlich. Ich erkläre unseren Wohnort Fredersdorf, östlicher Stadtrand Berlins, mit dem Ziffernblatt der Uhr, das ist besser als lange Beschreibungen. Eigentlich ein bisschen wie bei Joachim. Eine Kirche mit Minimausoleum (da liegt der Außenminister des ersten Preußenkönigs Graf Podewils drin), vier Bäcker, 1 legendärer Fleischer, drei Schulen, und die Einwohnerzahl hat sich seit den 90er Jahren verdoppelt - nicht zuletzt wegen Zuzugs vieler Berliner Familien. Harald Juhnke wurde hier in seinen letzten Lebensjahren pflegerisch gut betreut, und hinterm Getränke Hoffmann beginnt das weite Naturschutzgebiet mit Mühlenbach. Am Morgen grüßt das Eichhörnchen auf der Kiefer gegenüber, am Abend die Fledermaus, virenfrei, über der Terrasse, wo man mit Freunden bei Wein und Grillwurscht die Sterne anschauen kann. Zur Arbeit sind es bei guter Verkehrslage ca. 50, zur Autobahnabfahrt 2 Minuten, zum Teslagelände 10, zur Waldbadestelle am Straussee 15, nach Schönefeld 30 Minuten. Nachteile: Kein Kino, kein gutes Gasthaus (außer das "Madels" im Ort nebenan), zu viele AfD-Wähler. Vorteile: Im Nu ist man an hundert schönen Orten per Rad oder Wagen. Kleine Auswahl: Friedrichhagen, das "Potsdam im Osten" am Müggelsee. Das Oderbruch mit Schiffshebewerk Niederfinow und "Theater am Rand" in Zollbrücke. Buckow mit Schermützelsee und Brechts Haus, Gedenkstätte. Hoppegartens Galopprennbahn nebenan, einst von Bismarck eröffnet, mit hochkarätigen Pferderennen und Open Air Events.

Das war's, vielleicht sieht man sich mal hier oder an einem dieser schönen Orte der Umgebung. Gebe gern weitere Tipps.

Anne Raber - Rocco Forte Hotel de Rome

PRENZLAUER BERG (Bötzowviertel)

Bevor es nach Moabit geht, doch nochmals ein kleiner Ausflug in den Prenzlauer Berg. Vor sechs Jahren hat es mich von Schöneberg ins Bötzowviertel verschlagen. Ein Kiez, in dem einer der größten Coffeeshop-Dichten Deutschlands herrscht und unverzichtbare Angebote für den Nachwuchs wie „Kinder-Filmcamps“ oder „Yoga in American English“ auf dem Markt sind.

Das gastronomische Angebot ist groß, aber qualitativ nicht immer gut. Für mich sticht das Alt-Wien heraus, das bei der drittberühmtesten Berliner Gastro-Frage (nach Döner und Currywurst) „Wer brät das beste Wiener Schnitzel“ ganz vorn mitspielt. Immer voll, in einem authentisch nachgeahmten Holzvertäfelungs-Ambiente mit Wien-Drucken an der Wand. An der Einrichtung kann es also nicht liegen. Nein, es ist ganz klar das Schnitzel, das es auch in einer „Damenversion“ gibt (die ich allerdings stets ablehne). Ganz so wie es sein muss: Herrlich dünnes Kalbsschnitzel mit fluffiger Panade auf leckerem Kartoffel- und Gurkensalat. Immer wieder überrascht bin ich von der Freundlichkeit des Service: Da können noch so viele Gäste nach der Rechnung brüllen oder sich Kinder in Heulkrämpfen winden, das Personal bleibt stets gelassen und aufmerksam. Und das ist dann doch ein wunderbarer Unterschied gegenüber dem Original in Wien.

Das kulturelle Angebot im Bötzowviertel ist überschaubar. Anstelle der Kultur gibt es hier für die meisten Bewohner den nahen Kinderspielplatz. Das alte „Filmtheater am Friedrichshain“ ist ein schönes Programmkino-Relikt, das allerdings seine großen Jahre hinter sich hat. Nach Corona dürfte es nicht viel besser werden. Und deshalb ist mein kulturelles Highlight das Freiluftkino im angrenzenden Volkspark Friedrichshain. Es hat langjährige Tradition, zeigt Filme eher auf Arthouse- als auf Blockbuster-Niveau und verfügt über eine gewaltige Fangemeinde. Die lässt sich mit Picknick, Bier und Weißwein auf den mittelmäßig bequemen Bänken oder der Liegewiese nieder und genießt Kino unter freiem Himmel. Wenn man dann aus Versehen mal ein langweiliges finnisches Sozialdrama in Schwarzweiß erwischt, kann man immer noch zur Sternbildbestimmung übergehen. Hoffentlich auch noch in der Saison 2021 – ob und wann es wieder Filmvorführungen geben wird, steht in den eben genannten Sternen.

Früher hörte ich es auf dem Heimweg vom Spätdienst, nun kann es passieren, dass ich mich sogar nach dem Tatort noch auf den Weg mache: Dann lausche ich der Nachtigall (bzw. mehreren), die im Volkspark Friedrichshain, interessanterweise vor allem in der Nähe des Märchenbrunnens singt, und zwar nur von Mitte Mai bis Ende Juni. Dieser Gesang ist einfach zauberhaft – ich kann mich kaum davon losreißen, wenn „unverpaarte Nachtigallenmännchen“ (wie es bei Google so schön heißt) ihr Lied anstimmen. 120 bis 260 unterschiedliche Strophentypen gibt es, das kann schon mal dauern. Und für alle, die sich nicht des Nachts auf den Weg machen wollen, ist hier eine moderne Tonkonserve:

Ganz in der Nähe der Nachtigallen übrigens noch ein Tipp für Eltern mit Kleinkindern, wenn die heißen Tage kommen: Dann unbedingt zur Plansche Volkspark, wo man unter Elefantenrüsseln eine kühle Dusche nehmen oder sich von Robbe und Pinguin komplett durchnässen lassen kann.

Gasthaus Alt Wien

Carina Gerber - The Ritz-Carlton, Berlin

PRENZLAUER BERG

Prenzlauer Berg oder nennen wir es Pankow bzw. die Bezirksgrenzen verschwimmen für mich...

Jeder kennt Prenzlauer Berg, insbesondere die bekannteren Plätze, wie Kollwitz- und Helmholtzplatz, Rykestrasse mit der jüdischen Synagoge, die nebenbei erwähnt zur größten Synagoge Europas zählt. 

Ich hingegen wohne Nähe des Arnimplatzes, fast in den Bezirken Pankow und Wedding. Hier erinnern die Straßennamen an Skandinavien: Dänenstraße, Isländische Straße, Malmöerstraße, u.a. Hier geht es auch nordisch ruhig zu. Ein interessantes, historisches Detail in Anbetracht des Kinderreichtums hier: auf dem Arnimplatz wurde 1919 einer der ersten Kinderspielplätze eröffnet.

Unweit entfernt liegt ein Teil des Berliner Mauerweges (die Strecke von 160 km bin ich kürzlich mit meiner Familie in vier Etappen abgeradelt - es fühlte sich wie Urlaub in Berlin an und kann ich jedem nur empfehlen!). Der Weg führt über den Schwedter Steg (abends für einen bezaubernden Sonnenuntergang beliebt) zum Mauerpark samt Kinderbauernhof Moritzhof. Der daneben liegende und bekannte Flohmarkt ist, wie wir wissen, aktuell am Ruhen. Dafür wird die Zeit genutzt, das Fleckchen zu verschönern. Es lässt ein schöne Verwandlung erahnen, ähnlich wie beim Gleisdreieck.

Beim Überqueren der Behmbrücke nähere ich mich Wedding (aber doch zu Mitte zu zuordnen) mit dem schönen Humboldthain und bald wieder eröffneten Freibad. Der in den Jahren 1941/1942 errichtete Hochbunker bietet eine gewisse Aussicht über Berlin. Ob die Berliner Unterwelten bald wieder führen dürfen? Ein gastronomisches Highlight in der Nähe ist das Baldon: so modern der Bau, so auch die Küche (siehe: baldon.berlin). Davor, wer klettern mag: Magic Mountain bietet auch Kurse für alle Levels, wenn er dann wieder öffnet.

Weiter Richtung Mitte, der wunderschöne Domfriedhof der St. Hedwigs Gemeinde und daneben Friedhof II der Französisch-Reformierten Gemeinde, wo Theodor Fontane begraben ist. Meine persönliche Empfehlung für einen Weg am Ufer: zwischen Nord- und Humboldthafen durch den Invalidenfriedhof.

Wer in diesen Gefilden einen Ausflug plant: genießt ein Eis bei meinem Favoriten der Eismanufaktur, Hokey Pokey in der Stargarderstrasse! Jeder Cent wert.

Thomas Munko - The Ritz-Carlton, Berlin

MOABIT 

Stets „A BIT MO“ bekommt man, wenn man sich nach Moabit begibt und umgehend feststellt, warum dieser Kiez angesagter denn je ist und spätestens seit dem Zuzug des Hauptbahnhofs eine ganz neue Zentralität erfahren hat. Früher eher als Arbeiterviertel und Wurmfortsatz von Charlottenburg bekannt, hat Moabit mittlerweile viele lebens- und liebenswürdige Orte zu bieten und ein paar davon möchte ich Euch gerne vorstellen – mein Kiez in Alt-Moabit zwischen dem Kleinen Tiergarten und dem Hansaviertel, welches bereits für Architekturinteressierte das erste Highlight darstellt. Zwischen 1955 und 1960 realisiert, wurde es über die Jahre zum Synonym moderner Stadtplanung und Architektur jener Zeit, der klassischen Moderne oder Nachkriegsmoderne.        

Vom Hansaplatz läuft man die Bartingallee Richtung S-Bahnhof Bellevue entlang und trifft kurz vor der Moabiter Brücke auf die Konditorei Buchwald. Berlins ältester Konditorei wurde zur Jahrhundertwende vom Preußischen Prinzenhof der Titel „Hoflieferant“ verliehen und hat sich mit großer Leidenschaft auf Baumkuchen spezialisiert. Wohl gestärkt überqueren wir die Moabiter Brücke, die auf Grund der vorhandenen Bärenskulpturen auch „Bärenbrücke“ genannt wird und genießen das Panorama auf den Spreebogen

Wir lassen die Spree hinter uns und befinden uns jetzt in der Kirchstraße – der Ort, der mir persönlich sehr am Herzen liegt. In der Kirchstraße sind viele kleine Restaurants, Cafés, Delis und Shops ansässig, die ein Verlassen des eigenen Kiezes eigentlich nicht nötig erscheinen lassen. Hier bekommt man Alles, was das Herz begehrt. Im Café Coffeemamas oder in der Buchhandlung am Spreebogen bin ich öfter mal anzutreffen. 

Mit einem guten Buch und einem noch besseren Cappuccino bewaffnet, machen wir uns auf in Richtung Kleiner Tiergarten und treffen am Ende der Kirchstraße auf den Namensgeber der Straße, nämlich der St. Johanniskirche, die 1835 von niemand Geringerem als dem Architekten Karl-Friedrich Schinkel erbaut wurde. Insidertip: wenn man links durch den Arkadengang läuft und direkt dahinter wieder links abbiegt, kommt man zu einem kleinen Biergarten – die Moabiter Freiheit. Hier kann man köstliches Bier vom Fass und Kleinigkeiten vom Grill genießen. 

Wenn wir links auf der Straße Alt-Moabit weiterlaufen sind wir bereits nach wenigen Metern am Kleinen Tiergarten – eine kleine, idyllische Parkanlage mit Spielplätzen, Tischtennisplatten, Skate Parkour und Grünflächen zum Niederlassen. Spätestens jetzt wird unsere Weinflasche geöffnet, die wir uns vorsorglich im Weinladen am Hansaplatz mitgenommen hatten und genießen den Blick auf die alten Industriebauten rundum die ehemalige Bolle-Meierei. Mittlerweile eine spektakuläre Eventlocation – na dann, PROST und bis bald in MOABIT!    

Die Konditorei Buchwald
Der Spreebogen mit dem Sitz des ehemaligen Innenministeriums
Café Coffeemamas
Buchhandlung am Spreebogen
Die evangelische St. Johanniskirche
Einfahrt zum Spreebogen / Alt-Moabit 98
Everything happens for a Riesling!
 

Christoph Hundehege - Waldorf Astoria Berlin

CHARLOTTENBURG

Von Moabit geht es weiter nach Charlottenburg. Schon während meiner ersten Station in Berlin vor einigen Jahren, habe ich in der Nähe des Savignyplatz gewohnt und mich dort immer sehr wohl gefühlt. Als die Entscheidung gefallen war, nach Berlin zurück zu kehren, sollte es auch gerne wieder der selbe Kiez sein. Dies kommt mir natürlich auch beim Weg zur Arbeit entgegen. Nun wohne ich also in der Bleibtreustrasse und finde auch nach so vielen Jahren immer noch neues. Besonders den Savignyplatz aber auch die Strassen um den Ludwigkirchplatz finde ich besonders schön.

Charlottenburg hat in Punkto Gastronomie ja sehr aufgeholt und inzwischen ist der ein oder andere beliebte Hotspot hier enstanden. Diese kennen ja alle und deshalb habe ich unten einige Tips welche ich gerne persönlich ansteuere.

Am Mittwoch und Samstag findet Ihr am Karl August Platz einen wunderbaren Markt mit vielen Möglichkeiten zum Verzehr. Der Markt ist nicht so bekannt wie zum Beispiel der am Winterfeldplatz und deshalb aber auch nicht so sehr überlaufen.

Das Aera im Fasanenhof ist eine kleine Bäckerei, welche neben hausgemachten Broten auch hervoragende Pastries, Granola und Kaffee anbietet. Vieles ist Glutenfrei oder Vegan.

Delicious Berlin ist in der Pariser Strasse gelegen und hat neben einer ganz feinen Selektion Spirituosen auch wunderbare Weine, Zigarren, Schokolade und sonstige Kleinigkeiten die sich auch schön verschenken lassen. Sie bieten ebenfalls Tastings an.

Bar Zentral gegenüber dem Theater des Westens unterhalb der Bahnschienen ist eine sehr gemütliche Bar der ehemaligen Gastgebern der Greendoor.

Auf der Suche nach dem besten Espresso der Stadt bin diesem Ziel im kleinen aber sehr ambitionierten Private View in der Schlüterstrasse ein Stück näher gekommen.

Aera im Fasanenhof
Delicious Berlin
Private View

Philipp Stopp - Waldorf Astoria Berlin

STEGLITZ

Von Charlottenburg geht es weiter nach Steglitz. Vorher habe ich 13 Jahre ebenfalls im wunderschönen Charlottenburg gewohnt - direkt am Steubenplatz, fußläufig vom Olympiastadion. Für mich als Hertha-Fan war das natürlich optimal. Gastronomisch hat Charlottenburg sicherlich einiges mehr zu bieten als Steglitz. Dafür wohne ich jetzt mit Blick ins Grüne, direkt am Teltowkanal nahe der S-Bahnstation Attilastraße. Sehr zu empfehlen ist die Brewdog Brauerei. Ganz egal, ob ihr einfach nur ein frisches Bier trinken wollt, während ihr durch die 13 Meter hohe Glaswand in die Brauerei schaut – oder euch ein leckeres Essen schmecken lassen möchtet, während ihr eure Zeit im Biergarten genießt. Neben großartigem Bier und leckerem Essen gibt es im DogTap Berlin einen Co-Working Space, einen Hundepark und das Craft Beer-Museum. Ein 2.500 Quadratmeter großes Restaurant mit Zwischenebene und Mezzanine, das Gartenhaus sowie 4.000 Quadratmeter Biergarten, bieten Raum für alle möglichen Veranstaltungen von Hochzeiten über Firmenevents bis hin zu Festivals. Neben einer Auswahl von 60 Bieren vom Hahn und einem großen abwechslungsreichen Menü gibt es auch jede Menge Möglichkeiten, hier seine Zeit zu verbringen. Eine Gaming Ecke mit Flippern und klassischen Arcade-Games, über Shuffleboard-Bahnen bis zur Minigolf-Anlage. Brewdog ist 10 Minuten von unserer Wohnung entfernt. Da wir jetzt mit unserer kleinen Familie sehr viel spazieren gehen, kann ich einen Spaziergang am Kanal empfehlen. Man kann den kleinen Trampelpfad direkt bis zum Tempelhofer Ufer laufen oder direkt am Kanal bis nach Potsdam laufen.  Ein wirklich schöner Ort ist auch der Naturpark Südgelände direkt an der S-Bahn Priesterweg. Auf dem „kleinen“ Rundweg von etwa 1 km Länge sind Relikte aus der Eisenbahn-Zeit, wie der Wasserturm, die alte Drehscheibe oder eine original Dampflokomotive, zu sehen. Der „große“ Rundweg ist 2,7 Kilometer lang und führt durch das Naturschutzgebiet. Es gibt auf dem Pfad eine legale Wand, wo Sprayer sich kreativ entfalten können. Übererrgegionale Bekanntheit als Kulturstandort erlangte der Natur-Park Südgelände jedoch vor allem durch die Shakespeare company Berlin, die hier seit dem Jahr 2011 einen festen Spielort gefunden hat und den Sommer über mit etwa 62 Vorstellungen präsent ist. Mehr als 13.500 Gäste pro Jahr besuchen die vielbeachteten Vorstellungen auf der Freilichtbühne vor der Lokhalle. Wir haben uns dieses Jahr eine Jahreskarte für EUR 30 gekauft und haben damit die Möglichkeit, neben dem Naturpark Südgelände, 3 weitere Parks zu besuchen. Darin enthalten sind der wunderschöne Britzer Garten, der Botanische Volkspark Pankow und natürlich die Gärten der Welt. Seit diesem Jahr kann man ausserdem direkt vom Priesterweg mit dem Fahrrad oder Inline Skates entlang der S-Bahn auf einem Höhenweg direkt bis nach Berlin-Mitte fahren, ohne eine Ampel oder Strasse überqueren zu müssen. Grüne Idylle kann man in Steglitz auf jeden Fall genießen!

Teltowkanal
Wasserturm - Naturpark Südgelände
Alte Dampflok - Naturpark Südgelände

Linda Urban - Waldorf Astoria Berlin

KREUZBERG

Und weiter geht es nach Kreuzberg: Bunt, hip, multikulturell, kulinarisch vielfältig, laut, alternativ, erlebnisreich. Es gibt wohl unzählig viele weitere Attribute, die diesen -für mich vielfältigsten Bezirk- treffend beschreiben.

Nachdem ich einige Jahre in Mitte und später in Friedrichshain gelebt habe, verschlug es mich vor etwa drei Jahren nach Kreuzberg. Genau gesagt, ans Fraenkelufer direkt am Landwehrkanal gelegen, gegenüber des Vivantes Klinikum am Urban und ganz in der Nähe des Graefekiezes.

Kreuzberg ist benannt nach dem gleichnamigen Hügel im Viktoriapark, der mit 66 Metern höchsten Erhebung in Berlins Innenstadt, auf dem das Schinkel-Denkmal thront. Kleiner Kultur-Tipp: Unter diesem Denkmal befindet sich eine Art „Unterwelt“. Ein Gewölbe, welches einer kleinen Kathedrale gleicht. Wer ein paar verborgende Schätze entdecken möchte, kann eine Führung durch das Sockelgeschoss buchen.

Auch wenn Kreuzberg sicherlich nicht als der romantischste oder schönste Bezirk bekannt ist (vor allem wenn man bedenkt, dass beispielweise der „Kotti“ nur einen Steinwurf vom Kanal  entfernt ist), gibt es sie- diese magischen und idyllischen Orte, welche ich besonders in den letzten Wochen während meiner vielen Spaziergänge noch mehr zu schätzen gelernt habe. Einer davon befindet sich fast direkt vor meiner Haustür: Die Admiralbrücke, welche ein beliebter Treffpunkt für Berliner und Touristen ist und die ab den ersten warmen Frühlingstagen von mittags bis spät abends von unzähligen Menschen bevölkert wird. An einem lauen Sommerabend hier zu verweilen und den Sonnenuntergang zu genießen ist wohl so etwas wie der Inbegriff von Großstadtromantik. Und genau an der Admiralbrücke beginne ich nun zusammen mit euch meinen kleinen (kulinarischen) Spaziergang: Wir laufen zunächst in Richtung Urbanhafen zum Restaurantschiff „Van Loon“, das wie unzählig viele weitere Restaurants, Bars und Cafés seit den letzten Wochen Speisen und Getränke „to go“ anbietet. Wir gehen noch ein Stück weiter bis zum Alten Zollhaus, und dem Restaurant Brachvogel. Hier gibt es einen schönen Biergarten und eine dazugehörige Minigolfanlage. Wir laufen nun über die Waterloo-Brücke und auf der anderen Seite des Kanals zurück. Das berühmt-berüchtigte Prinzenbad befindet sich ganz in der Nähe. Sicherlich nicht das schönste Freibad, aber aufgrund des 50-Meter Beckens hervorragend zum Schwimmen geeignet. Wir laufen weiter am Kanal entlang, vorbei am Böcklerpark und weiter bis zum Paul-Lincke-Ufer. Das hier kulinarisch viel geboten wird ist kein Geheimnis, doch während der Corona-Zeit hatte und hat man hier das Gefühl, dass trotzdem eine gewisse Normalität herrscht. Fast alles war geöffnet- eine Art Food- und Bar Market: Ein Sandwich oder eine Pasta im Spindler, ein Aperol Spritz in der noch relativ neuen Aperitivo-Bar Frau Luna (an alle Liebhaber dieses Sommergetränks: hier gibt es fünf verschiede Variationen des Aperol Spritz´) oder zur Stärkung eine Pizza im Zola (neben dem Il Casolare bekommt man hier eine der besten Pizzen der Stadt!). Wem eher nach mexikanisch ist, der wird im La Lucha direkt nebenan fündig. Von hier aus kann man noch ewig treiben lassen und weiterlaufen am Kanal oder sich einfach ein lauschiges Plätzchen am Wasser suchen und den Abend ausklingen lassen. 

Als großer Kinofan, hoffe ich, dass das Freiluftkino Kreuzberg im Kunstquartier Bethanien bald öffnen darf. Wer Filme am liebsten im Original schaut und eher Independent- Movies anstatt Blockbuster mag, dem empfehle ich, hier mal vorbeischauen.

Altes Zollhaus
Van Loon
Urbanhafen

Marc Schnabel - Hotel Bristol Berlin

SCHMARGENDORF / GRUNEWALD

Nach belebten Stationen in Neukölln (Gropiusstadt), Prenzlauer Berg (Eberswalder Str.) und Schöneberg (Bülowstr.) lebe ich nun seit knapp 10 Jahren im beschaulichen Schmargendorf, ein tatsächlich kleinstädtischer Bezirksteil von Charlottenburg-Wilmersdorf. Weder eine U- noch S-Bahn gibt es und doch ist man sehr zentral. In wenigen Fahrradfahrminuten erreicht man den Kudamm oder auch den herrlichen Grunewald, samt seinem See. Dort hat es unsere kleine Familie während der Corona Zeit recht häufig hin verschlagen und so ein Wald bietet weitaus mehr Abenteuerpotential, als der ein oder andere Spielplatz- und das sogar ohne Hund, denn die sollte man mögen in Berlins Hundeauslaufgebiet. Dort befindet sich auch mein Gastro-Tipp: „Locanda 12 Apostoli“ im Forsthaus Paulsborn- toller Biergarten mit großer gastronomischer Vielfalt zum Genuss inmitten der Natur oder auch take away. 

Im beschaulichen Stadtzentrum rund im Berkaer und Breitestrasse findet man das im gotischen Stil gebaute Rathaus mit einem der beliebtesten Standesämter Berlins. Hier gibt´s auch noch Fleischerei- und Bäckereibetriebe, die in vierter und fünfter Generation arbeiten. Fleischerei Siedmann in der Breite Strasse bietet herrlich leckere Mettbrötchen und donnerstags frische Weißwürste. Da gab es schon vor Corona Schlangen vor dem Laden, berechtigt! 

Unweit von da mein Schmargendorfer Lieblingsort: Eisdiele „Da Dalt“- seit 26 Jahren betreibt Familie Zamo diese 2,5m breite Eisausgabe von März bis November und auch hier war die Schlange schon immer lang, zur Corona Zeit geht’s über 150 Meter um den Häuserblock. Und ja, es lohnt sich jede Minute des Anstehens.

Unweit des Schmargendorfer Epizentrum des Genusses befindet sich die Domäne Dahlem, ein Freilandmuseum und Biobauernhof mit direktem Verkauf. Auf dem weitläufigen Areal kann man das bunte Potpourri deutscher Agrarkultur samt großer Tier- und Pflanzenvielfalt aus nächster Nähe bestaunen, ein entspannender Zeitvertreib für Jung und Alt. Ein Blick in deren Terminkalender lohnt sich, denn über das ganze Jahr verteilt gibt es sehr familienfreundliche Events, vom Kartoffel-, Erntedank-, oder Frühlingsfest bis hin zum traditionellen Weihnachtsmarkt. 

Fazit: Ein sehr lebens- und liebenswerter Ortsteil Berlins, der Charakter hat! Samstags schließen die Geschäfte im Stadtkern Schmargendorfs auch schon um 15:00 Uhr ;-)

Domäne Dahlem
Domäne Dahlem
Domäne Dahlem
Forsthaus Paulsborn
Abenteuerspielplatz Grunewald
Berkaer Strasse mit Blick auf das Rathaus Schmargendorf

Sebastian Sonnemann - Titanic Gendarmenmarkt

SPANDAU

„Wo sagen sich Mann und Frau, Fuchs und Kabeljau Gut’ Nacht und ciao -SPANDAU!“ (lt. Hymne Spandau)

Jeder war bestimmt mal in Spandau bei Berlin (seit 1. Oktober 1920 Berlin- Spandau), sei es auf der Zitadelle oder auf dem Weihnachtsmarkt. Was man aber noch erkunden kann, zeige ich gerne. Eine Tour über die Insel Eiswerder mit den Artur Brauner CCC Filmstudios lohnt sich beim Besuch in Spandau immer. Artur Brauner, nach dem 2. Weltkrieg nach Berlin verschlagen, erhält 1946 eine amerikanische Lizenz für die Film-Produktion Central Cinema Company GmbH. 1949 beginnt er auf dem 35000 qm großen Gelände einer ehemaligen Versuchsanstalt für Kampfstoffe in Spandau ein Filmstudio aufzubauen. 

Zunächst beginnt die Arbeit in zwei Hallen von 400-500 qm Fläche.

Im Zeichen des auch die Filmproduktion streifenden Wirtschaftswunders wagt Brauner 1954 die Investition in zwei neue, moderne Hallen (658,83 qm und 1309 qm), die von den Architekten Karl Schneider und Lothar Wloch entworfen werden. Seit Mitte 2015 zeichnet Alice Brauner für die Sanierung der CCC Filmstudios in Haselhorst verantwortlich. Hiernach konnte sie gleich ihren ersten Coup landen: Der gesamte Studioanteil der ersten deutschen Netflix-Serie DARK wurde 2017 komplett 

in den CCC Filmstudios gedreht. Zudem wurde der gesamte Studioanteil der erfolgreichen Mini-Serie KU`DAMM 59  bis Herbst 2017 in allen drei Ateliers gedreht. 

Die Insel ist berühmt für diverse Filmkulissen die angrenzende Brücke diente zuletzt als Kulisse für historische Filme wie Bridge of Spies.

Natürlich hat Spandau auch für das leibliche Wohl einiges zu bieten. Selbstgebrautes Bier im Brauhaus Spandau. Empfehlen kann ich das Havelbräu, ein helles Landbier, das man im Biergarten direkt an der Havel genießen kann. 

Vom Brauhaus geht es zum alten historischen Kern von Spandau „Behnitz“.

Vorbei an der Stadtmauer von Spandau, die noch gut erhalten ist, erreichen wir den kleinen historischen Teil von Spandau.

Es scheint, als wäre hier die Zeit stehengeblieben. Kopfsteinpflaster und Altbauten prägen hier das Stadtbild.

Das Highlight hier ist die Alte Kolkschänke, mehr als 100 Jahre Kneipenwirtschaft in Spandau.

Ein Hauch von Geschichte in Behnitz: vor 150 Jahren verfügte angeblich keine Stadt Europas über mehr Kneipen als Berlin. Schaut man sich dagegen heute in der Stadt um, sieht die Lage anders aus: Die klassische Eckkneipe und ihre Geschwister, für die es keine Ecke gab, prägen schon lange nicht mehr das Stadtbild. In Spandau, der ehemaligen Arbeiterstadt, sieht es nicht anders aus. Umso mehr fallen verbliebene alte Kneipen ins Auge. In der Spandauer Altstadt galt dies in besonderer Weise für die Alte Kolkschänke auf dem Behnitz, dem ältesten Siedlungsgebiet des Bezirks. Leider ist sie seit 2013 geschlossen.

Angrenzend findet man St. Marien am Behnitz die zweitälteste römisch-katholische Kirche im Großraum Berlin (nach der Sankt-Hedwigs-Kathedrale).

Über eine kleine Treppe gelangen wir zur Kreuzung Richtung  Altstadt Spandau . Links zur Zitadelle gerade aus zur Altstadt.

Wir gehen links 500 Meter zur Zitadelle.

Von der Markgrafenburg zur Geschichtsinsel

Indirekt erwähnt wurde die Burg Spandau erstmals 1197. Die Markgrafen Brandenburgs errichteten sie auf dem Areal einer slawischen Siedlung am Zusammenfluss von Havel und Spree.

Heute findet man auf dem Dachgeschoss der Zitadelle ein Archiv des Stadtgeschichtlichen Museums Spandau. Neben dem STADTGESCHICHTLICHES MUSEUM gehören auch Fledermäuse zu den Bewohnern der Zitadelle.

Im April 2016 wurde im Proviantmagazin der Zitadelle die Dauerausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ eröffnet. Die kulturhistorische Ausstellung zeigt politische Denkmäler, die einst das Berliner Stadtbild prägten, aber später daraus verschwunden sind. Zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken gehören das 1898 bis 1901 errichtete Denkmalensemble der Siegesallee mit seinen brandenburgisch-preußischen Herrschern, der nationalsozialistisch geprägte „Zehnkämpfer“ von Arno Breker und der Kopf des monumentalen, 1970 am heutigen Platz der Vereinten Nationen in Friedrichshain enthüllten Lenin-Denkmals.

Was sonst im Museum nicht möglich ist: Hier ist Berühren in den meisten Fällen erlaubt.

Zurück Richtung Altstadt Spandau :

Ein Steinwurf von der Kirche St. Marien findet man das Gotische Haus.

Mit dem ältesten Bürgerhaus Berlins in der Fußgängerzone der Altstadt hat Spandau einen echten Schatz zu bieten. Erbaut wurde das Haus Mitte des 15. Jahrhunderts.

Heute ist im Gotischen Haus die Tourist-Information Berlin-Spandau untergebracht und weitere Räume werden für wechselnde Ausstellungen genutzt. Das Gotische Haus ist Ausgangspunkt für Führungen durch die Altstadt.

Ein Highlight in Spandau ist der Museumsladen von Uli. Lebendiges Museum für historische Fahrräder im Fahrradladen. Räder aus allen Epochen der Fahrradgeschichte kann man hier besichtigen. 

Zum Abschluss darf man Spandau ohne ein Stück Kuchen und Kaffee im „Konditorei Fester“ nicht verlassen. 

Seit 1926 gibt es diesen Traditions Unternehmen schon am Markt in Spandau. 

Ihr seht es lohnt sich der weite Weg von Berlin nach Spandau 

P.S Auch das bekannte Florida Eis kommt aus Spandau. Zum Osterfest 1927 wurden die ersten Eiskugeln mit einer der ersten Trommel-Eismaschinen gedreht. An den drei Tischen im Vorraum des Kinos Concordia – ich möchte anmerken: dies war ein Stummfilmkino – konnte man bei Charly Chaplin und Buster Keaton schon frisches Vanilleeis, Erdbeereis und natürlich auch Schokoladeneis genießen. Dies war einmalig für die Spandauer Klosterstraße in Berlin. 

Wer noch nicht genug hat: 

Jürgen Blisse - ehem. Swissôtel Berlin

GROSSZIETHEN

Geografische Lage:

Großziethen liegt südlich von Berlin in einer Bucht umgeben von Lichtenrade, Buckow und Rudow, ist der nördlichste Ortsteil der Gemeinde Schönefeld  und gleichzeitig der nördlichste Bereich im Landkreis Dahme-Spreewald. Für diejenigen die jetzt Denken,“ um Gottes willen so nah am Flughafen“, kann ich beruhigen. Grossziethen liegt parallel zur Landebahn und somit nicht in der Einflugschneise und bleibt vom Fluglärm Weitergehens verschont.

Wirtschaftliches und Infrastruktur:

Allen Unkenrufen rund um den Pannen-Airport BER zum Trotz, verfügt  die Gemeinde Schönefeld nicht nur  über einen großen funktionierenden Flughafen. Gleichzeitig schwappen die Wellen des ökonomische Booms der Hauptstadt schon seit Jahren über die Stadtgrenzen hinaus und eben auch in Richtung Schönefeld und Grossziethen. Schönefeld schwimmt auf einer Welle des wirtschaftlichen Erfolgs. Die Gemeinde Schönefeld generiert pro Jahr Einnahmen von fast 120 Millionen Euro. Allein der Ortsteil Waltersdorf mit seinen imposanten Möbel- und Ausstattungshäusern trägt einiges dazu bei.Und diese anscheinend prall gefüllte Haushaltskasse investiert die Gemeinde in Infrastruktur, Parkanlagen, Fuß und Radwege, Schulen und sonstige Soziale Einrichtungen. Darüber hinaus hat der BER die Auflage über viele Jahre Ersatzgrünflächen zu pflanzen und zu pflegen.

Einwohner und Landwirtschaft:

Zurzeit hat Großziethen ca 8500 Einwohner auf 16,41 km2 und somit der Einwohnerstärkste Ortsteil der Gemeinde Schönefeld. Kleine Anekdote hierzu am Rande. Eigentlich wird in einen Landkreis immer der Einwohnerstärkste OT zum Gemeindenamen erklärt…dann müsste aber der jetzige Flughafen SXF in Berlin – Grossziethen umbenannt werden J Das würde wohl den ein oder anderen Touristen verunsichern.

Großziethen ist geprägt von ländlicher Atmosphäre mit viel Natur. Von der Gesamtfläche Schönefelds entfallen allein 5049 Hektar auf Acker- und Grünflächen, 1040 Hektar auf Wald und 79 Hektar auf Gewässer. Wer der Hektik der Großstadt entfliehen möchte ist, in Großziethen genau richtig! Die Uhren ticken hier etwas langsamer, die Natur ist zum Greifen nah und doch findet man alle Belange des täglichen Lebens direkt vor seiner Haustür. Und im wahrsten Sinne direkt vor der Haustür gibt es viele Hobby.- klein und natürlich Groß Bauern die ihre Erzeugnisse direkt am Feldrand oder einfach am Gartentor veräußern. Wer also auf Natur Produkte steht findet in Großziehen sein Paradies. Ob Bauer  Mettes Erdbeerfeld zum selber pflücken ( das halbe Kilo eigenverzehr beim Pflücken natürlich nicht mitgerechnet ) das Spargelfeld auswärts Richtung Blankenfelde oder die unzähligen Hobby Imker…überall gibt es Naturprodukte. Ich persönlich hoffe dass es noch lange so anhält und bin deshalb über den neuen REWE Markt nicht so glücklich.

Pferdeliebhaber kommen in Grossziethen auf Ihre Kosten. Es gibt einige Reiter Höfe, Gestüte und Pferdekoppeln. Auf Sparzierwegen und Radwegen in Grossziethen Pferde zu begegnen ist keine Seltenheit.

Kulinarisches Und Kultur

Hier muss ich Nicolai leider Recht geben. Natürlich gib es die ein oder andere Bauernhof Gaststätte zum gemütlichen einkehren mit regionalen hausgemachten Produkten. Aber Tipp gar Geheimtipp eher nicht. Grossziethender fahren dann eher zu den Hotsspot´s Schloss Britz oder Diederdorf, Rangsdorfer oder Zeuthener See.

Jedoch hat es wie jeder Ortskern auch in Grosszeithen eine Dorfkirche. Diese stammt aus dem 13. Jahrhundert. Später bekam die Feldsteinkirche einen neugotischen Turm aus roten Ziegelsteinen, der Friedrich Stüler, einem Schüler des Berliner Baumeisters Karl Friedrich Schinkel (1781–1841), zugeordnet wird. Zur Weihnachtszeit wird an der Kirche eine riesige Grippe aufgebaut das man denkt man steht direkt in Bethlehem

Wer also im Berliner / Brandenburger Umland eine schöne Radtour machen möchte findet in Grossziethen / Schönefeld ideale Bedingungen. Viel Spaß !

 

Stefanie Baeslack - Hotel Zoo

 

FRIEDRICHSHAIN

„Zu den Zierden Deutschlands gehören seine Städte.  Unter Ihnen ist Berlin weder die älteste noch die schönste. Unerreicht aber ist seine Lebendigkeit."

Da ich leider in keinem so schönen Teil meines Bezirks lebe , wie die meisten fleißigen Schreiber vor mir, sondern eher in einem sehr bekannten , vom Tourismus geprägten, mit keinen großen Geheimtips versehenden, sich ständig veränderten und nicht so idyllischem Teil Berlins ,werde ich etwas mehr ausholen müssen. 

Friedrichshain Kreuzberg  - der jüngste Bezirk Berlins , wenn man sich auf das Durchschnittsalter bezieht und immer noch der kleinste und dichtbesiedeltste Bezirk, mit den meisten Singlehaushalten Berlins. Das ehemalige DDR Arbeiter - und Industrieviertel hat sich zu einem Familienbezirk sowie zu DEM Szene - und Partyviertel entwickelt. 

Den Teil Kreuzbergs auf der anderen Seite der Spree , wo ich auch sehr oft bin, werde ich in einem  anderen Bericht aufgreifen.  

Friedrichshain alleine gliedert sich in etwa 5 eigene „ Kieze". 

Die monumentale Karl Marx Allee mit Ihren geprägten Klassizismus und im Zuckerbäckerstil gebauten Häusern. 

Das Samariterviertel. Ein Mosaik aus Alt und Neubauten mit vielen noch bunten Häusern aus der Zeit der Hausbesetzungen. 

Der meist bekannte und auch bei Touristen sehr beliebte Kiez rund um den „ Boxi" , dem Boxhagener Platz. Rund um die Simon Dach Straße gibt es kein Unterschied zwischen Tag und Nacht mit ihren zahlreichen Cafés , Restaurant , Kneipen und Bars. Ich persönlich mag trotzdem immer noch die Dachkammer sehr, der alten Zeiten Willen. Ich liebe dennoch den wöchentlichen Flohmarkt am Boxi. Und natürlich die vielen kleinen individuellen Kleidungsgeschäfte rund um das Thema der 20er bis 60er Jahre. 

Der Rudolfkiez bzw. Stralauer Kiez mit seinen schönen Jugendstil und Gründerzeitaltbauten und viel Grün. Im westlichen Teil die neue Oberbaumcity mit seinen tollen Backsteinfassaden und dem Osthafen vor der Tür. Inklusive des umgebauten alten Eierkühlhauses zur Deutschlandzentrale von Universal Music. Kleiner Tip für ein schönes Frühstück , Lunch oder Dinner draußen auf der Terrasse des N How Hotels.

Nach verschiedenen Stationen wie dem Samariterviertel, dem Bezirk Lichtenberg und dem schönen Bötzowviertel, wohne ich jetzt seit 5 Jahren am alten Postbahnhof, direkt an der East  Side Gallery. ( von 1907 bis nach dem Ende des 2. Weltkriegs ein wichtiger Knotenpunkt des Bahnpostverkehrs, welcher heute unter Denkmalschutz steht und jetzt von verschieden Firmen als Büro genutzt wird oder für individuelle Veranstaltungen wie Konferenzen und Hochzeiten ).

Mitten im neu entstandenen Entertainmentviertel , der Mediaspree , rund um die Mercedes Benz Arena an der East Side Gallery. Zwischen Jannowitzbrücke , Ostbahnhof und Warschauer Straße. 

Hier wurde in den letzten Jahren soviel gebaut , dass es selbst für einen Berliner nicht mehr wiederzuerkennen ist. Und es ist lange noch nicht vollendet. Eines der größten Investorenprojekte in Berlin. „ Berlin ist eine Stadt, verdammt dazu, ewig zu werden , niemals zu sein."

Über die Geschichte der 1316 Meter langen Hinterlandmauer, der East Side Gallery , welche von über 100 Künstlern aus über 20 Ländern bemalt wurde, lässt sich zu viel erzählen, als dass es in diesen Bericht passen könnte, zumal es mich persönlich immer wieder sehr berührt als geborene Leipzigerin. Manchmal sitze ich einfach nur „hinter „ der Mauer an der Spree und genieße die Sonne.

Genauso wie alle , auf der „ Ausgehmeile„  befindenden Möglichkeiten zwischen Jannowitzbrücke und Warschauer Straße zu detaillieren, würde auch hier den Rahmen sprengen. 

Daher beschränke ich mich auf zwei meiner Lieblingsorte und schneide nur kurz einige für mich erwähnenswerte Orte an. 

Wie zum Beispiel das Yaam, ein Mix aus African Art Market, Club, Beachbar und Graffiti & Streetart Gallery. Besonders für Bob Marley Fans. Auch mal an einem sonnigen Nachmittag mit den Kindern zu empfehlen. Schaut einfach mal auf den Kalender im Sommer. 

Das Radialsystem, ein Kultur und Veranstaltungszentrum in einem alten Abwasserpumpwerk. Ich mochte sehr die berühmten Aufführungen des zeitgenössischen Tanzes der Company von Sasha Waltz, und am meisten die Sonnenuntergänge auf dem Deck mit Blick auf die Spree. 

Wichtig, natürlich die beiden berühmten Clubs, der Kater und das Berghain. ( leider nicht ganz so meine Musik) 

Die zwei neuen Rooftop Bars ( 260 Grad und die Gallery Rooftop Bar) an der Mercedes Benz Arena, mit fantastischen Ausblick und die direkt daneben neu gebaute , kleinere und viel intimere Verti Music Hall. Und natürlich die zahlreichen Clubs rund um die schönste Brücke Berlins, die Oberbaumbrücke. 

Der erste Lieblingsort auf meiner Seite der Spree ist die Pampa. 

Ausgehend von der Jannowitzbrücke Richtung East Side Gallery befindet sich der Holzmarkt 25. 

Die Bar 25 war einer der bekanntesten Techno Clubs der Stadt zwischen 2003 bis 2010 am Spreeufer in Friedrichshain. Ein großer Spielplatz für Erwachsene mit Feuerplatz, Restaurant, Musikbühne, Sauna, Pool, Hostel,  Schaukeln und einem alten Autoscooter. Nach sieben Jahren wurde dieser nach einer fünftägigen Party geschlossen. 

Das Gelände wurde danach geräumt. ( Alles zum Vertiefen, wer möchte, anzuschauen in dem Dokumentarfilm „ Bar 25 - Tage außerhalb der Zeit) 

Nach der Schließung eröffneten die Betreiber auf der anderen Spreeseite den Club Kater Holzig in der alten Seifenfabrik. Und schließlich mussten sie wieder die Spreeseite wechseln und eröffneten dann den Club Kater Blau. 

Um die begehrten Ufer der Spree nicht nur den reichen ausländischen Investoren für teuren Wohnraum und Hotels zu überlassen, sondern etwas für den „normalen" Berliner zu erschaffen , eröffneten die Betreiber im Jahr 2017 das urbane Dorf „Holzmarkt". 

Dort befinden sich jetzt neben dem berühmten Kater auch Wohnungen, Gallerien , das Restaurant Katerschmaus, ein Tonstudio, ein Veranstaltungshaus, das „ Säälchen"  mit tollen kleinen , nicht so kommerziellen Aufführungen, eine Kita , ein Café, eine Weinhandlung , ein Friseur und eine fantastische Bäckerei. Und unter anderem,  auch ein toller Hutladen.

Die Pampa als Beachbar mit verschiedenen Möglichkeiten zum Essen und Trinken, mit einer Feuerstelle um abends den Sonnenuntergang mit den Füßen im Wasser zu genießen. 

Auf dem „Marktplatz „ gibt es das ganze Jahr über viele tolle Veranstaltungen. Flohmarkt, Wochenmarkt , Kindertheater, Konzerte, Kino, verschiedene Ausstellungen und ganz besonders schön fand ich den Weihnachtsmarkt im Dezember. Mit einem wunderschönen nostalgischen Kinderkarussell und viel zu entdecken , für den , der etwas ganz Besonderes zum Verschenken sucht. 

Mein zweiter Lieblingsort ist das RAW Gelände. ( Abkürzung für das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk) Ein Symbol für Berlins Subkultur und Nachtleben.

Auch wenn man denkt, dass hier kaum noch ein „echter „ Berliner anzutreffen ist, muss man mal etwas genauer hinschauen. Es gibt nicht nur die zahlreichen Clubs , wie Suicide Circus, Weißer Hase, die Urban Spree und der Haubentaucher mit seinem Außenpool, sondern auch verschiedene Konzerthallen und Veranstaltungsorte und Bars. Wie das Astra , das Cassiopeia, das Badehaus, das „Zum schmutzigen Hobby" und das Crack Bellmer.  Hier mag ich sehr die Bellmer Balboa Partys am Sonntag, (Swing natürlich) . Es gibt eine Skaterhalle und einen Kletterkegel. Einige Ateliers und Galerien, mit wechselnden Ausstellungen. 

Verschiedene Werkstätten mit Workshops , ein Radiosender und der Kinderzirkus Zack. In diesem  gestalten die Kinder den Zirkus selbst und lernen alles über Akrobatik, Jonglage, Luftartistik und natürlich Clownerie. Die Hotrod Touren Berlin und die Privatbrauerei Schalander befinden sich ebenfalls auf dem Gelände.

Und seit letztem Jahr das House of Music, Bandproberäume , welche stundenweise vermietet werden. Und noch vieles mehr.

Ich persönlich liebe im Sommer das kleine Open Air Kino Insel im Cassiopeia. Meist Arthaus-Independent Filme , Stummfilme, junges deutsches und europäisches Kino und Filmklassiker. Alle meist in Originalsprache.

Genauso wie den Kleinen Flohmarkt am Wochenende und die verschiedenen Street Food Märkte in der Urban Spree. 

Des Weiteren das Restaurant Khwan. Tolles thailändisches BBQ, in einfacher alternativer , punkiger und Street Food- rotziger Atmosphäre, eben so wie das ganze Gelände auch.

Kleiner Tip für die Süßen unter uns. Ein echter Berliner kennt und liebt Splitterbrötchen, die Touristen kennen und lieben Muffins , eine Mischung aus beiden gibt es bei Spluffin, direkt in der Revaler Straße. 

Das RAW ist das größte ,zusammenhängende, permanent kulturell bespielte Gelände Deutschlands, und die letzte noch nicht ( bis jetzt) modernisierte Industriebrache. 

Leider wird das nicht so bleiben. Wie fast überall in Berlin gibt es seit einigen Jahren zu große Differenzen und Streit zwischen den neuen Eigentümern , der Stadt Berlin und den Mietern des Areals, genauso wie mit den Anwohnern.  Man hat zwar durch verschiedene Initiativen geschafft, das erst einmal keine Wohnungen gebaut werden, aber leider hat man es letztes Jahr nicht geschafft das Gelände als Erhaltungsgebiet zu sichern. Ein Hochhaus von bis zu 100 Metern ist schon in Planung.

Das RAW genauso wie auch der Holzmarkt , welcher leider auch auf keinem sicheren Boden steht, müssen unbedingt erhalten bleiben. Zu viele Orte die Berlin so besonders und einzigartig gemacht haben.

Vielleicht doch noch ein kleiner Tip für die Schallplattenliebhaber und noch „gute „Musikfans unter uns , der Flohmarkt am Sonntag hinter dem Ostbahnhof, die Auswahl ist meist besser und größer als auf anderen bekannten Flohmärkten. 

Auch durch einen Zufall entdeckt, das Teepeeland Berlin auf der gegenüberliegenden Seite vom Holzmarkt. Ein offenes nichtkommerzielles und demokratisches Nachbarschaft,-Wohn-und Kulturobjekt. Hier leben Menschen, jenseits gesellschaftlicher Zwänge aus verschiedenen Nationen im Einklang der Natur. Hier finden auch verschiedene Kulturveranstaltungen statt , wie Kino oder Comedy Abende. Die Jam Session an jedem Samstag ein Geheimtipp. 

Ich hoffe von ganzem Herzen dass all diese Orte in Zukunft und gerade jetzt , nach dieser verrückten Zeit, noch weiter so bestehen werden, so wie sie waren und Berlin noch weiter so bleibt wie wir es kennen und lieben.  

„Man muss die Stadt lieben, auf eine Art , die niemand versteht, der ihr nicht genauso verfallen ist."

Berlin ick liebe Dir!

Anke Seumel - Rocco Forte Hotel de Rome

Der WEDDING – sein Ruf des grauen Ghettos mit ramponiertem Charme am Rand der Berliner Innenstadt eilt ihm voraus, seit 2019 gekrönt durch die Nominierung des Time Out Magazin zum viert coolsten Stadtteil der Welt (!)
In Wirklichkeit ist der Wedding ein riesiger grüner Dschungel voller großer und kleiner Besonderheiten und Schätze, einer blühenden kreativen Szene, bunter Märkte, wenigen Touristen und waschechten Berlinern.
Ganz in der Nähe des Amtsgerichts tanzen die modernen Wilden in den Uferstudios zu absolut phantastischen Klängen des benachbarten Pianosalon Christophori. In den Uferhallen, den ehemaligen BVG – Buswerkstätten, befindet sich ein umtriebiges Kulturzentrum mit dem entzückenden Café Pförtner. Neben dem liebevoll gestalteten Pförtnerhäuschen, kann man in einem ausrangierten Bus oder an etlichen Tischen unter freiem Himmel in der Sonne sitzen, Zeitung lesen und sich durch die täglich wechselnden Tagesgerichte futtern.
In der Seestraße, zugleich Autobahnzubringer als auch Heim der Preußische Spirituosen Manufaktur und Museum (Führungen durch die Manufaktur, die bis heute im Originalzustand von 1874 erhalten ist sind sehr zu empfehlen)  wird preußischer Geist in feinsten Spirituosen konserviert. Angrenzend findet man das historisch bedeutsame Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie mit dem Torbogen mit zwei Türmen, erbaut im Jahr 1901. Das Robert Koch Institut und das von Ludwig Hoffmann in Pavillonbauweise errichtete Virchow Klinikum (Schwerpunkt Kardiologie und Pädiatrie) befinden sich ebenfalls hier.
Gleich gegenüber erstrecken sich der Volkspark Rehberge und der Goethepark mit Strandbad, Sportgeräten, Tennisplätzen, Freilichtbühne, historischem Tanzring (1929 vs heute) und in Richtung Tegel und der Grenze zu Charlottenburg, der Gedenkstätte Plötzensee.
Wie ein friedliches Band durchzieht die Panke den Wedding, eingebettet zwischen der trubeligen Osloer Straße und der Prinzenallee. Der Fluss war im 19. Jahrhundert ein Ort der kleinen Leute. Das Ufer wurde vor allem hier von Müllern, Handwerkern und Gerbern bewohnt. Hier gab es acht Mühlen sowie 23 Gerbereien. Täglich wurden für die Verarbeitung des Leders bis zu 500 Eimer Hundekot verwendet. Im Volksmund hieß der Fluss daher auch Stinke-Panke. Das hat sich glücklicherweise geändert und die dicht bewachsenen Ufer laden heute zur familienfreundlichen Radtour weit über den Wedding hinaus über Pank-ow, die Karower Teiche und den Schlossgarten Buch ein.   Die Bibliothek am Luisenbad wurde mit dem Architekturpreis des BDA Berlin / Anerkennung für „Die Bibliothek am Luisenbad” ausgezeichnet und ist einen Besuch wert. 1809 errichtet als Marienbad erlosch der Erfolg des Bades mit dem Einzug der Industrialisierung und den sich niederlassenden Gerbereien („Stinke-Panke“). Badstraße und Gesundbrunnen lassen im Namen den
In den historischen Hallen des ehemaligen Weddinger Krematoriums befindet sich das Café Mars und ist das gastronomische Herzstück des silent green Kulturquartiers mit Galerie und Konzerthallen. Im Seitenflügel des Gebäudes, mit einem wunderschönen Biergarten am Friedhof, findet man Ruhe vom Alltag und einen Ort zum Entspannen und Verweilen.
Er war ein Kind des Wedding, vielleicht eines der bekanntesten: Harald Juhnke. Im Kiez, in dem der Entertainer und Schauspieler aufgewachsen ist, wurde kurz nach seinem Tod ein Denkmal errichtet. Goethegedenkstein im Goethepark und am Nettelbeckplatz, S-Bahn Wedding, wo sich das gehobene Trinker-Milieu trifft,  steht der Brunnen mit der Figurengruppe Tanz auf dem Vulkan, der 1988 entworfen wurde. Die Brunnenskulptur stammt von der Künstlerin Ludmila Seefried-Matějková und wird von ihr wie folgt erläutert: „Der Vulkan symbolisiert die heutige Welt: Die Menschen, die – animiert vom Satyr – um den Krater des Vulkans tanzen, singen und balancieren, wollen die Gefahr nicht wahrhaben, die Menschen wollen leben!“
Aktuell passend die hier noch meist verschlossenen kulinarischen Tempel des Wedding: Café Auf der Suche nach dem verlorenen Glück Korea Haus Lino`s Barbecue Schraders Rebell Room Ebenfalls Erwähnung finden sollte die Weddinger Haus- und Hofbrauerei Eschenbräu mit Brauerei, Brennerei und Biergarten.
In diesem Sinne auf Bald im Kleinod aus Kleingartenanlagen, Verkehrsknotenpunkten, Hafenanlagen und charmantem Multikulti.

Torsten Kaminski - The Ritz-Carlton, Berlin

SCHÖNEBERG - AKAZIENKIEZ

"Es war in Schöneberg im Monat Mai"

sang schon Marlene, obwohl im Mai das grüne Berlin ja fast überall schön ist.

Mein Kiez ist der sogenannte Akazienkiez, also die Gegend rund um die Akazienstraße, mit ihren

vielen Läden, kleinen Cafés und Restaurants, teilweise recht trendy.

Hier gibt es aber auch einige versteckte lauschige Ecken mit viel schönem Altbau, wie zum Beispiel

die Vorberg und Warthburgstraße.

Beide Straßen verfügen über nette Gastronomie, wobei man oft auch attraktive Aussenbereiche hat an

milden Tagen oder Abenden, wie das Renger Patzsch, ein deutsch elsässisches Restaurant oder das

Gottlob, Café, Restaurant, Bar und Biergarten in einem.

Obwohl in der Akazienstraße in den letzten Jahren auch vermehrt auf Touristen gezielt wird, es gibt

immer mehr Boutiquen und eher durchschnittliche Restaurants die es auf den schnellen Groschen

abgesehen haben, gibt es noch Uhriges wie den Felsenkeller eine alt berliner Kneipe, welche auch

noch von Anwohnern besucht wird.

Ambitionierter ist das oder der Schüsseldienst ein Art fine dining Kantine von Felix Mielke, ehemals

Chefkoch des Le Faubourg.

Obwohl wie schon erwähnt teilweise trendy kommen gerade auch Familien hier voll auf ihre Kosten,

denn es gibt unzählige Spielplätze, ich komme auf sechs größere in meiner unmittelbaren Umgebung,

immer in Reichweite von Eisdielen, Pizza und Coffee Shops und ein wenig Shopping.

Architekturinteressierte sollten sich mal das Bricks Projekt in der Belziger Straße (Zugang auch von

der Hauptstraße 27) anschauen, wo erst vor kurzem die verwaisten Innenhöfe der Schöneberger

Hauptpost saniert und wiederbelebt wurden, inklusive des Coffee Shops Portier, welcher in einem

ehemaligen Pförtnerhäuschen eingezogen ist..

Nur einen kurzen Weg entfernt ist das Rathaus Schönberg, zu Mauerzeiten das Rathaus

West-Berlins mit seiner Austellung "Wir waren Nachbarn" zu den durch die Nazis verfolgten

zahlreichen jüdischen Bewohner der Gegend.

Direkt daneben erstreckt sich der Rudolph-Wilde Park, ein ansprechend gestalteter langgestreckter

Garten mit hohem Freizeitwert.

Viel Spaß beim Entdecken!

ehemaliges Bürogebäude Bricks
Bricks Hof
Innenhof Bricks
Belziger Str. 33 Eingang Bricks
Komplex und Portier Coffee Shop
Warthburgstrasse
Café Gottlob
Apostel-Paulus-Kirche
Exotisch: Hof Akazienstrasse 27
mit nepalischem Stupa

Alexander Hohmann - Regent Berlin

TEGEL

……die Cité Guynemer am Flughafen Tegel und der Berliner Norden.

Wir wohnen nun seit genau einem Jahr in dieser sehr interessanten Gegend von Berlin/Reinickendorf. Direkt am Flughafen Tegel Nord, der vielen von Euch als „Tegel GAT“ bekannten militärischen Teil des TXL, in welchem sich die Anwohner auf der Straße grüßen wie auf einem Dorf.

Auf rund 21 Hektar wurden hier zwischen 1953 und 1954 insgesamt 227 Wohnungen für das Personal der französischen Luftwaffe errichtet, davon 66 Offizierswohnungen mit gehobenem Standard. Der westliche Teil trägt überwiegend den Charakter einer Waldsiedlung mit ein- und zweigeschossigen Doppelhäusern und Reihenhausgruppen und großzügigen Vorgärten, während östlich der Avenue Jean Mermoz sowie in der Peripherie hingegen offene mehrgeschossige Zeilenbebauung dominiert. Benannt ist die Siedlung nach Georges Guynemer, einem französischen Jagdflieger während des Ersten Weltkriegs. Die Straßen in der Cité Guynemer sind ebenfalls nach französischen Fliegerhelden benannt. Wir wohnen in einem Neubau in der Straße „Rue du Commandant Jean Tulasne“ Das macht mächtig Spaß, wenn man in einem Gespräch seine Adresse angeben soll. An die Zeit der französischen Garnison erinnert heute noch der „Club Bouliste de Berlin“, der nach eigenen Angaben größte Boule-Club in Deutschland.

Der Flughafensee ist gute 10 Minuten zu Fuß von uns entfernt und bietet 2 Badestellen (eine davon FKK) und lädt auch sonst zum Spazieren gehen ein.

Viele werden sich fragen ob es nicht laut ist? Das kommt ein bisschen darauf an wie der Wind steht aber im Großen und Ganzen ist es absolut okay und jetzt zur Corona Zeit war ja fast nichts los.

Unser „Kiez“ ist 5 Minuten mit dem Auto entfernt „Alt-Tegel“ die Perle Reinickendorfs fühlt sich fast immer wie ein Kurzurlaub an. Unser liebstes Ziel ist das „Café Wetterstein“ - ein absolut empfehlenswertes Café mit einem hervorragenden Frühstück. Danach ein ausgedehnter Spaziergang an der Greenwich Promenade oder eine der vielen angebotenen Schiffstouren. Wir sind zum Beispiel mal nach Potsdam geschippert und dann dort bis zum Bahnhof gelaufen (über z.B. Belvedere auf dem Pfingstberg und Alexandrowka) und wieder zurück nach Berlin gefahren. Das Schiff legt direkt an der „alten Meierei“ an, ideal um gut Mittag zu essen.

Als zweite Empfehlung möchte ich euch das Thai Restaurant „Rüan Thai“ in der Brunowstraße ans Herz legen. Ich habe außerhalb von Thailand nie so gut Thailändisch gegessen.

Da unsere ältere Tochter in eine Kita in Hermsdorf geht, möchte ich euch hier noch die „Heinsestraße“ empfehlen. Eine schöne kleine Straße mit netten Läden wie zum Beispiel Laufer´s Café. Hier wird in der fünften Generation Krustenbrot nach Ur-Ur-Großmutters Rezept gebacken. Die Bäckerei und Konditorei ist weit bekannt. Toll Frühstücken kann man auch dort. Wer Fisch und Meeresfrüchte mag, muss mal zu „Der Gaideck“ - „die beste Fischbude südwärts von List“.

Martin Werner - Hotel Adlon Kempinski

MITTE

Der Deutschen Rechtschreibung trotzend: Mitte immer ohne Artikel, also „Ich wohne in Mitte“.

Wir sind nicht das coole Wedding oder das angesagte Moabit - fest steht nur: Unsereins ist nicht bescheiden. Die Museumsinsel hat sich durch Menschen wie Borchardt, Schliemann und viele Ungenannte in der Beletage der Archäologie etabliert. Spreeathen nennen wir uns selbstverherrlichend, dass wir doch zwischenzeitlich Alles sein wollten, aber nicht demokratisch das ist nebensächlich. Wir sind stilsicher, und das zählt sehr viel in Mitte. Der platzhirschartige Friedrichstadtpalast thront am Anfang der Reinhardtstraße und hat als neidischen Nachbarn den ehemaligen Reichsbahnbunker, welcher uns heute als Boros Bunker ins Gedächtnis gerufen wird. Die temporären Ausstellungen darin brauchen einen vorurteilslosen Besucher, aber die Architektur des Gebäudes verdient zu jeder Zeit uneingeschränkte Beachtung. Mitte ist farbenblind. Sportlich vermischt sich Hertha-Blau mit Union-Rot an den Häusereingängen. Jeder denkt hier, was er will, und Cafés und Restaurants streiten sich um die Vorherrschaft. Wenn wir durch Mitte kulinarisch spazieren, müssen wir uns eingestehen, dass einige selbsternannte Institutionen Freundlichkeit mit Arroganz verwechseln, aber die blenden wir gekonnt aus. Ab in die Albrechtstraße, da beginnen wir den Tag in der „Refinery“. Das Pain au chocolat mit Kaffee schmeckt so gut, dass man auch für sechs Euro kein schlechtes Gewissen haben muss. Bertold Brecht und Helene Weigel haben ein paar Ecken weiter gewohnt und da ihre letzten Jahre verbracht. Ein Gedanke an die Dreigroschenoper kommt in mir auf, aber die Schaufenster in der Friedrichstraße zeigen mir, was ich sehen will. Werbeplakate von Frauen, die mit Ihren Laufschuhen die Passanten herabsetzten. Vorbei an den großen Restaurants, wo man am Wochenende einst versuchte, händeringend einen Vierertisch zu bekommen. Endlich am Gendarmenmarkt! Mitte ist doch größer als gedacht. Das Konzerthaus hält souverän beide Dome auf Abstand und sieht dabei noch schöner aus als die Staatsoper. Die Häuserzeilen stehen größtenteils in Kritischer Rekonstruktion Spalier und erinnern den aufmerksamen Beobachter, dass früher nicht alles besser war. Ich gehe in die „Marienkäfer“ Pizzeria (Marienstraße), gleich neben der Bösen Buben-Bar, und schaue auf die holzbeschlagene Schiefertafel. Da schmücken sich die Gerichte mit Namen wie Kollwitz, über Elvis bis Brecht. Die Freundlichkeit des Mannes hinter der Theke lässt mich ahnen, dass meine voreingenommene Arroganz gegenüber Mitte unbegründet war. Ich gebe Brecht noch eine Chance und siehe da, nach dem ersten Akt schon habe ich Gewissheit, dass nicht nur in seinen Werken Gutes steckt. Am Ende gehe ich auf dem Schiffbauerdamm entlang und begutachte von weitem den größenwahnsinnigen Fernsehturm. Er passt so wunderbar zu einem Viertel was immer nur eins nicht sein wollte: bescheiden.

Aykut Kanbak - Grand Hyatt Berlin

 

Rund um den WITTENBERG- und WINTERFELDPLATZ (Charlottenburg / Schöneberg)

Seit gut 4 Jahren wohne ich nun in der Landgrafenstraße, eine ruhige grüne Seitenstraße unweit des Wittenbergplatzes.  Ich bin hier quasi „umzingelt“ von zahlreichen 4-5 Sterne Hotels, Interconti, Schweizerhof, Berlin Berlin, Sylter Hof... um nur einige zu nennen. 

In der Straße hat auch unser guter alter Kollege Raffaele Sorrentino seinen Sitz mit seiner Firma RAS Concierge. Am anderen Ende der Straße steht  das Ristorante Sorriso, schon seit Jahren DER Top-Italiener West-Berlins, quasi das Pendant zum Bocca di Bacco in Mitte. Auf der anderen Straßenseite  haben unsere Freunde Chris und Oli von Unique Limousinen Service ihr Büro. Nebenan, im Hause des Sylter Hofs, befindet sich Berlins bekanntestes  Burlesque-Theater, die Kleine Nachtrevue. Seit 5. Juni wieder geöffnet und jeden Freitag und Samstag mit Programm. Meinen Kaffee hole ich mir in der italienischen Espresso Bar in der Keithstr. 9. Ein süßes kleines Café mit leckeren knusprigen Paninis, gutem Frühstück und frischen Salaten. 

Fast täglich wird in der Nähe ein Wochenmarkt aufegebaut. Dienstags,Donnerstags und Freitags am Wittenbergplatz und Mittwochs und Samstags am Winterfeldplatz. Neben frischem Obst und Gemüse mag ich sehr das vielfältige Street-Food Angebot des Winterfeld-Marktes. Ich habe das Glück fast in der Mitte zu wohnen, weshalb ich auch oft 

dort beim Essen anzutreffen bin.

Das abwechslungsreiche gastronomische Angebot am bunten Nollendorfplatz ist jedem von uns bestens bekannt, dennoch möchte ich gern zwei Restaurationen hervorheben. Wenn ich hin und wieder Lust auf einauthentisches türkisches Frühstück habe, gehe ich gern ins La Femme, direkt am Winterfeldplatz.

Zweitens möchte ich gern das Restaurant April in der Winterfeldstr. 59 empfehlen, welches zufällig von den Eltern eines ehemaligen Azubis des Grand Hyatts geführt wird. Kreatives Frühstück,Flammkuchen und innovative deutsch-

internationale Küche in trendigem stilvollem Interieur. 

Ristorante Sorriso
Kleine Nachtrevue
Espresso Bar Keithstrasse 9
La Femme
Restaurant April
Winterfeldmarkt
Winterfeldmarkt
Streetfood am Winterfeldmarkt

Hatem Ferjani - Marriott Berlin

FALKENSEE

Hallo aus Falkensee,

wir wohnen seit Sommer 2016 in Falkensee direkt am nordwestlichen Rand Berlins 

im sogenannten Speckgürtel.

Im Norden grenzt Falkensee an Schönwalde, im Westen an Brieselang, im Süden an

Dallgow-Döberitz die zum Land Brandenburg gehören. Im Osten grenzt es an die zu Berlin Spandau 

gehörenden Ortsteile Falkenhagner Feld und Staaken .

Basisdaten

Bundesland:  Brandenburg

Landkreis : Havelland

Höhe :32m ü.NHN

Fläche:43,27km 

Einwohner : 43,994 (31.12.2019)

Der Ortsname ist 1923 bei der Bildung der Gemeinde Falkensee aus den beiden größten eingemeindeten Dörfern Seegefeld und Falkenhagen als Kunstwort zusammengesetzt  worden .

Das Gute in Falkensee es ist nie langweilig. Ich habe die Corona Freizeit genutzt und war mit meinem Fahrrad sehr oft unterwegs z.B. den Mauerweg Richtung Spandau der leider nicht so gut ausgeschildert ist, aber der  Fahrradweg Richtung Spandau ist sehr schön mit Spielplätzen für Kinder und  Erwachsene, Restaurants und viel Natur.

Auf dem Gelände des heutigen Geschichtspark Falkensee befand sich von 1943 bis 1945 ein Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Die Häftlinge stammten aus nahezu allen europäischen Ländern und arbeiteten hauptsächlich in der deutschen Rüstungsindustrie.

Der Hochbunker Falkensee auf der Leipzigerstraße ist zum Denkmal erklärt. Es gibt nur noch wenige solcher Winkel-Bunker, erbaut 1938 kann bis 350 Menschen schützen. Der Bunker befindet sich auf Privatgelände und ist nicht zu besichtigen, leider.

Das Heimatmuseum Falkensee bietet neben Dauerausstellungen auch Führungen zu geschichtsträchtigen Orten an. (Spurensuche DDR)

Ich bin sehr gerne mit meiner Tochter bei "Karls Erdbeerhof"  Achterbahn fahren und leckere Marmelade kaufen. ( ich brauche ca. 15 min mit dem Auto) 

Für gesunde Lebensmittel nutzen wir den "Hofladen Falkensee" , der ebenfalls in 5 min mit dem Auto erreichbar ist.

Ich fahre gerne zum "Designer Outlet Berlin" einkaufen, ich brauche ca. 20 min mit dem Auto.

Für Badenixen empfehle ich den "Nymphensee" in Brieselang mit ausgezeichneter Wasserqualität oder das " Waldbad" in Falkensee.

Auch kulinarisch haben wir einiges zu bieten, ich mag gerne das Restaurant "Seeterrasse" am Falkenhagener See gelegen. Es bietet italienische Speisen und lecker Eis an. Natürlich auch Pommes, Würstchen  und andere leckere Sachen. In der Nähe ist ein schöner Spielplatz wo auch die lieben Kleinen auf ihre Kosten kommen.

Meine Favoriten sind jedoch das Restaurant "Da Enzo" (italienische Küche) und "Mati"(griechische Küche), da Stimmt das Preis- Leistungsverhältnis noch.

Mein Lieblingsgericht: Spaghetti Frutti di Mare und schön scharf!

Neu im Ort haben wir ein Mexikanisches Restaurant "Coronita", davon wollte ich erstmal nichts wissen. :)

Johannes Bannert - Sheraton Berlin Grand Hotel Esplanade

SCHÖNEBERG

Von der Dietrich bis Helmut Newton, von Bowie bis Albert Einstein ob Klaus Kinski oder

die Furtwängler - Jeborgen oder jelebt haben sie fast alle in Schöneberg

Unterteilt in Kielgan Viertel

Nollendorfkiez

Hauptstraße und Akazienkiez

Rote Insel

Und dem Bayerischen Viertel

Geborgen in Steglitz aber das war es dann auch... Ick bin Schöneberger und ich liebe es.

Thorsten hatte ja schon einen Sensationellen Bericht über den Akatzienkiez abgeliefert.

Ich wohne im Bayerischen Viertel und will euch diesen gerne etwas näher bringen.

Als Zentrum gilt natürlich der Bayerischer Platz mit vielen Cafes und noch kleinen

Handwerk Betrieben dich ich selbst noch aus meiner Kindheit kenne. Prachtstraßen

wie die Hewaldstraße oder Nympfenburgerstraße sind nicht selten im Viertel und das

spazieren durch diese ist für jeden Altbaufan ein muss.

Das berühmte Rathaus Schöneberg natürlich mit am John.F.Kennedy Paltz als

imposanter Bau oder das Amtsgericht in der Grunewaldstraße sind auch Highlights.

Anlaufpunkt Nr. 1 ist der Rudolpf Wilde Park, gerade in der aktuellen Zeit,

Bei der Statur des Golden Hirschen werden zwei mal im Jahr die Berliner Boccia

Meisterschaften ausgetragen und egal um welche Uhrzeit man hier vorbei geht hört man

das klackern der Kugeln. Mit seinen 7 Hektar beginnt er am Rathaus Schöneberg und

zieht sich über die Uhlandstraße hinweg.

Gastronomisch gibt es natürlich sehr viel Auswahl.

Unseren Freund Tannasis von der Taverna Ousia muss man erwähne. Im Robbengatter

(direkt gegenüber der Taverna) muss man eine Woche vorher reservieren - was für ein

Kiez Restaurant sehr ungewöhnlich ist. Immer voll und sehr Lecker. Es ist eine Mischung

aus Kneipe und Restaurant mit klassischer Deutscher Küche mit internationalen

Akzenten.

André Lindner - The Westin Grand Berlin

MITTE

Ich lebe seit 1997  in “Feuerland”. 

Als Feuerland wurde Mitte des 19. Jahrhunderts die industrielle Keimzelle Berlins bezeichnet. Sie lag in der Gegend nordöstlich des Oranienburger Tores, zwischen der Chausseestraße, der Berliner Zollmauer (entlang der heutigen Torstraße), der Gartenstraße und der Liesenstraße. In dieser Gegend siedelten sich viele Betriebe der aufstrebenden Metallindustrie, besonders des Maschinenbaus an. Der Name bezieht sich auf die zur Metallverarbeitung nötigen Schmiedefeuer und Schornsteine der Gießereien. Hier die wichtigsten:

Im Jahr 1804 nahm die Königlich Preußische Eisengießerei in der Invalidenstraße unweit des späteren „Feuerland“ ihre Produktion auf.

1826 siedelte sich Franz Anton Egells mit seiner Eisengießerei und Maschinenbauanstalt in der Chausseestraße 2–4 an, später erweitert auf 5/6.

1837 gingen die Werkstätten von August Borsig in der Chausseestraße 1 (und Torstraße 46–52) in Betrieb.

1839 begann Friedrich Adolf Pflug in der Chausseestraße 7–9.

1842 eröffnete Johann Friedrich Ludwig Wöhlert eine „Eisengießerei und Maschinenbauanstalt“ in der Chausseestraße 29.

1852 folgte die „Eisengießerei und Maschinenfabrik“ von Louis Schwartzkopff.

1847 waren auf diesem eng begrenzten Gebiet 33 metallverarbeitende Betriebe mit über 3000 Beschäftigten ansässig.

Um 1880 herum stellten die meisten dieser Betriebe Ihre Produktion ein oder zogen aus dem beengten Gebiet an den damaligen Stadtrand, zunächst nach Gesundbrunnen und Moabit, in einer zweiten Welle nach 1900 weiter nach Spandau oder Reinickendorf (Borsigwalde). Straßennamen wie Borsigstraße, Pflugstraße, Schwartzkopffstraße und Wöhlertstraße sowie einzelne verbliebene Gebäude erinnern an diese Zeit. Eine Informationstafel an der Ecke Chaussee-/Tieckstraße ist dem Feuerland gewidmet.

Aus der Bromsilberfabrik in der Chausseestraße wurden die “Feuerlandhöfe”. Etwa ein Drittel der Wohnungen wurde  im historischen Baudenkmal geschaffen.

In einem anderen ehemaligen Industrieobjekt in der Chausseestraße 8 - versteckt im zweiten Hinterhof hinter dem “Rutz” - residiert jetzt die Schnitzelei. 

Mit Zugang von der Novalisstraße 11 findet ihr dort auch die Cocktailbar Reingold.

Das schönste Berliner Ballhaus befindet sich in der Chausseestraße 102 - zurzeit leider nur zu besonderen Anlässen geöffnet.Dafür könnt ihr euch dort im kürzlich erweiterten Biergarten oder in der Bierstube Alt-Berlin verwöhnen lassen. Die Ausstattung der Kneipe - hölzerne Verkleidungen für Wände, Decken und Fußböden und das Mobiliar - stammt aus dem Lokal Alt-Berlin in der Münzstraße. Das war eine der ältesten Kneipen Berlins - in Betrieb von 1893 bis 2014.

Der Spruch im Fenster  „Das schönste aller Dinge – ein Schluck bei Heinz und Inge“ erinnert an die letzten Betreiber am alten Standort.

Mein favorisierter Coffee Shop liegt schräg gegenüber in der Chausseestraße 36 - das 19gramms Café. Das schreiben die wirklich so. Wenn ihr genug Zeit habt, geht ruhig mal in die oberen Etagen.

Da aber alles menschliche Streben einmal ein Ende hat, führt unser Weg uns nun auf den Dorotheenstädtischen Friedhof in der Chausseestraße 123 - und dort begegnen uns die Namen einiger vorgenannter Herren wieder auf prunkvollen Grabmälern. Im Gegensatz dazu sind die Grabstätten einiger Geistesgrößen deutlich bescheidener.

Eine nicht vollständige Auswahl von bedeutenden dort begrabenen Persönlichkeiten:

Die Philosophen Hegel und Fichte, die Künstler und Architekten Schinkel, Schadow und Rauch und diverse Literaten und Schauspieler wie zum Beispiel Berthold Brecht, Helene Weigel, Heinrich Mann, Anna Seghers, Christa Wolf, Christoph Schlingensief und viele andere.Auch Johannes Rau und Egon Bahr fanden dort ihre letzte Ruhestätte.

In dem beeindruckenden Altbau gegenüber des nördlichen Friedhofseinganges befand sich früher die Verwaltung der Borsigwerke GmbH. Borsig selbst ruht übrigens auch auf diesem Friedhof.

Nördlich direkt neben dem Friedhof befindet sich das Brecht - Haus. Museum und Gedenkstätte für Berthold Brecht und Helene Weigel. Im Anhang findet ihr ein paar Bilder aus dem Inneren. Das Museum selbst ist wegen Covid - 19 zurzeit geschlossen.

Die letzten Bilder sind ein Beispiel dafür, wie schön Industriegebäude einmal gebaut wurden. Chauussestraße 123 - direkt neben dem Brecht - Haus.

Falls ihr die Strecke mal ablaufen wollt, beginnt am Besten am U-Bahnhof Schwartzkopffstraße und bewegt euch Richtung Süden - dann könnt ihr gleich mal beim BND reinschauen. Der Besuchereingang befindet sich am Anfang der Habersaathstraße. Andere Zugänge empfehle ich zu meiden.

Die künstlichen Palmen haben übrigens keine sinnvolle Funktion. Bei allen Bauvorhaben der öffentlichen Hand muss ein bestimmter Anteil der Bausumme für Kunst investiert werden. Ein weiteres beeindruckendes Beispiel ist der rostende Metallklotz am Haupteingang.

Gerd Buskies - Hilton Berlin

RUMMELSBURG

Wie ein Virus das Leben verändert

Zu Hause in Rummelsburg, sitze ich auf meiner Dachterrasse, geniesse den

Wasserblick zum Rummelsburger See und habe (unfreiwillig) viel Zeit, um über die

Zukunft unseres Berufsstandes nachzudenken und finde dabei mehr Fragen, als

Antworten.

Mir wird bewusst, dass alle Planungen nur einen begrenzten Halbzeitwert haben, solange

das Virus uns im Griff hat.

Wenn wir zurück an unseren Tresen sind (vermutlich über einen langen Zeitraum mit

verkürzter Arbeitszeit), vermummt mit Masken, hinter einer Plexiglasscheibe, wird den

Einen oder Anderen höchstwahrscheinlich die wehmütige Erinnerung packen, wie schön

das Arbeiten in der Zeit vor Corona war.

Selbstverständlich werden wir professionell damit umgehen, wir stecken den Kopf nicht in

den Sand, trotz der Unwegsamkeiten. Die Eigentümer sind unzufrieden, das Management

steht unter Druck die Umsätze anzukurbeln, der Concierge muss das Bellstaff motivieren,

auch ohne das gewohnte Trinkgeld, einen guten Job zu machen.

Ich hoffe, wir werden die Kraft finden, diese Herausforderungen zu meistern.

Mit Zuversicht erfüllt mich der Gedanke, dass die Generation, die im Krieg so viel verloren

hat, nicht aufgab und unser Land zu dem gemacht hat, um das uns so viele beneiden.

Rummelsburg war bis Mitte des 19. Jahrhundert eher eine lockere Ansammlung von

Wohnsiedlungen. Mit der beginnenden Industrialisierung entwickelte sich der Bezirk zu

einem der Industriestandorte Berlins und die Bevölkerungsanzahl stieg rasant.

Bis 1989 war Rummelsburg berühmt berüchtigt, als verdreckter Industriestandort und das

ehemalige Arbeitshaus wurde als Gefängnis für politische Häftlinge umfunktioniert. Heute

sind dort nach einer Grundsanierung schicke Eigentumswohnungen entstanden.

Nach der Ausstellung „Wasser in der Stadt“ auf der Expo 2004 entwickelte die

Wasserstadt GmbH ein Baukonzept um den Rummelsburger See, welches einen wahren

Hype auslöste. Es entstanden viele architektonisch unterschiedliche Stadtvillen und

Eigentumswohnungen rund um den See unter Einbeziehung von Fördergeldern der EU.

Der Vorteil, kurze Wege zu den Stadtzentren und Leben in einer Art dörflichen Oase

mitten in der Stadt.

In unmittelbarer Umgebung siedelten sich nun Medienzentren an, ein Startup

Unternehmen B:Hub baut gerade seinen riesigen Standort am See und einige der

beliebtesten Clubs (Sisyphos, Berghain) liegen in der Nähe und der Start für das „Coral

World“ hat gerade begonnen. Mein Lieblingsrestaurant ist hier die Hafenküche.

In Rummelsburg gibt es natürlich auch die Schattenzeiten. So z.B. gab es hier Europas

größte Obdachlosensiedlung, die jetzt mit dem Baubeginn des Coral World allmählich

verdrängt wird.

Den besonderen Reiz den Rummelsburg zu bieten hat, ergibt sich aus der Symbiose der

verschiedenen Gesellschaftsschichten, den neuen stylischen Bauten und dem morbiden

Charme der Zeugnisse der jüngeren Vergangenheit. Neue Projekte machen Hoffnung,

dass die Wirtschaft an die Zukunft glaubt.

Alte Fabrikhallen werden saniert von verschiedensten Medienunternehmen, Reederei

Riedel startet hier gerade eine Investitionsoffensive, Künstler finden hier ihre Heimat,

Sport und Event Locations entstanden und sind geplant.

Rummelsburg ist nicht mehr der industrielle Standort, der er mal war. Erwähnenswert ist

das große Heizkraftwerk, welches von Kohle auf Erdgas umgestellt wurde.

Im Jahr 2004 entschloss ich mich gemeinsam mit Kay, eine Terrassenwohnung mit Blick

auf den See zu erwerben - zu dem Zeitpunkt noch bezahlbar.

Denn auch hier kommt mir wieder der Gedanke, was nützt Dir jede seriöse

Lebensplanung, wenn auf einmal so etwas wie Corona dazwischen kommt.

Nun ist unser Wohnort unser Refugium und wir sind dankbar, dass wir in dieser schweren

Zeit einen solch paradiesischen Rückzugsort haben.

Manchmal denke ich, Corona hat auf der einen Seite auch einen ungeheuren Zuwachs an

Lebensqualität mit sich gebracht. Ich meine damit, so viel Freizeit, man kann so ungeahnt

viel Zeit mit der Familie verbringen, seine Hobbys ausleben und rennt nicht ständig den

verpassten Gelegenheiten hinterher.

Auf der anderen Seite finde ich diese Gedanken auch falsch und rede mir vielleicht die

Situation schön.

Letztendlich glaube ich, hätten wir doch alle gern unser altes Leben zurück.

Ich fühle aber, es wird nie wieder wie es mal war.

Nichtsdestotrotz, es wird weitergehen und wir werden auch hier die richtigen Lösungen

finden.

Meine Gedanken sind auch bei unseren Kooperationspartnern, wie mag es ihnen gehen.

Werden uns unsere Freunde treu und unsere Sponsoren bei der Stange bleiben.

Ich wünsche so sehr, dass keiner auf der Strecke bleibt.

Seid umarmt.

Vive Les Clefs dór

Loana Juarez Cruces - Sofitel Berlin-Kurfuerstendamm

S-Bahnhof Lichterfelde West
Eiskimo & Florentinische Villa
Paul-Emisch-Haus
West Bazar - Bahnhofsvorplatz
Lilienthalhäuser
Lilienthalhäuser
Lilienthalhäuser
Frau Lüske - Kaffeehaus

LICHTERFELDE

Ca. 20 km entfernt von Rummelsburg, Richtung Südwesten Berlins liegt Lichterfelde West. Mein Kiez seit 2017.

Lichterfelde West wurde 1860 gegründet und ist das älteste Villenviertel Berlins. Die vielen herrschaftlichen Häusern in unterschiedlichen Baustilen, kleineren Plätzen und großen Gärten bietet sich ideal für einen Spaziergang an.

Am besten gelangt man mit der S-Bahn Linie 1 zum S-Bahnhof Lichterfelde-West. Nach dem verlassen des Bahnhofs steht man direkt auf dem Vorplatz, das Zentrum von Lichterfelde-West mit einem schönen Fachwerkhaus von 1897. Es lohnt sich aber zunächst ein Blick zurück auf das Bahnhofsgebäude von 1872. Der Platz ist auf Grund der kleinen Geschäfte, Familienbetriebe, Cafes und Restaurants immer sehr belebt. Etwas weiter geradeaus begeistert einen das Paul-Emisch Haus mit seinem Fachwerk, Türmchen und bunt bemalter Fassade.  Links um die Ecke befindet sich direkt die Curtiusapotheke mit ihrem Originalmobiliar von 1880. Geht man stattdessen nach rechts befindet man sich zwischen den Stühlen des „Eiskimo“ Cafe auf dem Bürgersteig. Eine Kombination aus Eismanufaktur und Cafe. Mehrfach ausgezeichnet und unbedingt einen Besuch Wert. Meine Lieblingssorte ist Guave-Buttermilch, aber das Angebot wechselt ständig. Mit dabei sind besondere Kreationen und die Klassiker. 

Mit dem Eis in der Hand lohnt sich ein Spaziergang über Kopfsteinpflaster weiter durch die Villenkolonie vorbei an einer florentinischen Villa in Richtung „Lilienthalhäuser“. Die Lilienthalhäuser sind einmalig für Berlin und kleinen Burgen nachempfunden. Entworfen von Gustav Lilienthal, dem Bruder des Flugpioniers Otto Lilienthal. Beide lebten in Lichterfelde. 22 der damals 31 Häuser sind erhalten und beeindrucken durch Gräben mit Zugbrücken, Türmchen und Spitzbögen. 

Nicht weit entfernt, in der Baseler Straße, ist das Restaurant Kaffeehaus „Frau Lüske“. Hier gehe ich am liebsten zum Frühstücken auf der Terrase. Meine Empfehlung: das Avocado Ciabatta oder für den großen Hunger: das Frau Lüske Frühstück mit einer Portion Lachs. Einfach lecker!.  Es gibt aber auch leckere Kuchen und eine Mittags-und Abendkarte mit kleinen häufig wechselnden Gerichten. Genutzt werden biologische und regionale Zutaten, meist aus dem eigenen Lebensmittelmarkt „Lüske“. 

In das Kunsthaus der Achim Freyer Stiftung, dem Privathaus des weltbekannten Bühnenbildners und Regisseurs mit der privaten Sammlung von Bildern und Objekten kann man jeden Sonntag zu einer Führung. Eine Anmeldung ist erforderlich, lohnt sich aber auf jeden Fall. Momentan wird es auf Grund der Pandemie leider nicht angeboten. Im September soll es aber voraussichtlich wieder losgehen. 

Ihr seht, ein Besuch lohnt sich. Kommt vorbei!

Sebastian Schoenfisch - Grand Hyatt Berlin

Wannseebrücke
Berliner-Ruder-Club
Stölpchensee
Villa Urbig
Babelsberger Enge
Schloss Babelsberg
Glienicker Brücke
Anleger Aldi Potsdam
Hans-Otto-Theater
Ristorante Il Teatro
Kongsnæs - Die Kaiserliche Matrosenstation
Schloss Cecilienhof
Alte Meierei
Heilandskirche Sacrow
Bucht von Moorlake
St. Peter und Paul / Blockhaus Nikolskoe
Schloss auf der Pfaueninsel
Fährstelle Pfaueninsel
Strandbad Wannsee
Sonnenuntergang am Motor-Yacht-Club
 

WANNSEE

Liebe Kollegen,

mein Kiez wurde bereits detailliert vorgestellt, weshalb ich mich entschieden hab, euch den Ort meiner Freizeit vorzustellen.

Lasst mich euch mitnehmen auf eine Bootstour rund um den Wannsee.

„…Leinen los…!“

Wir starten am Großen Wannsee, genauer gesagt im Motor-Yacht-Club von Deutschland, drehen Richtung Backbord in Richtung des Stern und Kreis Anlegers am S-Bahnhof Wannsee und durchqueren die Wannsee Brücke um in den Kleinen Wannsee einzulaufen.

Man erkennt sehr schnell, dass die schönen Wassergrundstücke mit den gepflegten Gärten einen gewissen Charme versprühen.

Auf Backbord sehen wir den Berliner-Ruder-Club, einer der bekanntesten Ruderclubs Deutschlands und Ausbildungsverein für viele unserer Olympioniken, unter anderem des Deutschland-Achters.

Weiter geht es über den Pohlesee, durch einen kleinen Kanal unter der Alsenbrücke in den Stölpchensee. Auch hier sind die Ufer besiedelt von schönen Villen und gepflegter Begrünung.

Zeitlich gut geplant, durchqueren wir den Griebnitzkanal ( historisch auch Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal genannt ), da dieser in unserer Fahrtrichtung nur zu jeder vollen Stunde für 20 Minuten befahren werden darf und entern den langen Griebnitzsee. Von diesem gelangen wir backbords in den Teltowkanal.

Vorbei an der bekannten Villa, welche Fahri Yardin in der Serie „Jerks“ sein Eigenheim nennt. 

Wir fahren vorbei an kleinen wundervollen Bootshäusern, welche vielen von uns schon als Eigenheim reichen würde.

Am rechten Ufer steht die Villa Urbig, welche von Ludwig Mies van der Rohe entworfen wurde und nun das Zuhause von Hasso Plattner ist.

Die Strömung treibt uns durch die Babelsberger Enge, zwischen Schlosspark Babelsberg und Schlosspark Glienicke hindurch. Wir gelangen auf die Glienicker Lake, welche steuerbords die Glienicker Brücke und backbords das Schloss Babelsberg mit seinem so stilvoll und wunderschön gepflegtem Schlosspark zeigt.

Einen kleinen Abstecher erlauben wir uns zum Tiefen See in Potsdam. Hier findet man die „Notversorgungsstelle“ der Wassersportbegeisterten, ein Aldi mit Schiffsanleger.

Ebenfalls am Tiefen See komme ich zu meinem ersten kulinarischen Tip. Das italienische Restaurant „Il Teatro“ neben dem Hans-Otto-Theater mit seiner einladenden Terrasse und stimmungsvollem Weitblick auf die andere Uferseite zum Schlosspark Babelsberg.

www.ilteatro-potsdam.de

Wir begeben uns zurück auf unsere Route und unterqueren die geschichtsträchtige Glienicker Brücke.

Direkt nach der Glienicker Brücke, am Ufer backbords erscheint „Kongsnæs - Die Kaiserliche Matrosenstation“. Diese war früher eine, durch das preussische Königshaus betriebene , Ausgangs- und Versorgungsstation für Lustfahrten. Heute ist es ein sehr gutes Restaurant am Wasser, welches eine geschmackvolle Karte mit viel Fisch anbietet.

www.kongsnaes.de

In 500 Meter Luftlinie streifen wir wasserseitig noch das Schloss Cecilienhof und die Alte Meierei und dann heisst es „hart Steuerbord“ und wir drehen ab Richtung Heilandskirche in Sacrow und folgen der Unteren Havel, backbords.

Vorbei an der Bucht von Moorlake, mit dem gleichnamigen, bekannten, gut bürgerlichen Biergarten und steuern gerade zu auf die Pfaueninsel. 

Bevor wir die Engstelle der Fähre zur Pfaueninsel durchqueren, sehen wir steuerbords im Glienicker Forst,  in den Baumwipfeln versteckt , das Blockhaus Nikolskoe, ein Ausflugslokal auf der höchsten Stelle im Forst. Nebenan über der Havel trohnt die Kirche St. Peter und Paul, welche hochfrequentiert für Trauungen ist und den einzig erhaltenen klassizistische Kirchenraum Berlins beherbergt. Zu jeder vollen Stunde erklingt ein Glockenspiel, welches bei guten Windverhältnissen bis zur Glienicker Brücke zu hören ist.

Die Pfaueninsel umfahren, begeben wir uns langsam Richtung Strandbad Wannsee und den Heimathafen. 

Im Motor-Yacht-Club von Deutschland befindet sich auch das Clubrestaurant am Wannsee, welches auch von Nicht-Clubmitgliedern besucht werden darf. Herr Laufer und sein Team verköstigen ihre Gäste mit der kulinarischen Vielfalt unserer Region. Nur hier kann man von der Terrasse den schönsten Sonnenuntergang am Wannsee erleben. Unbedingt vorher für den romantischen Abend reservieren!!

www.restaurant-wannsee.de

Vielleicht hat der ein oder andere von Euch jetzt Lust bekommen, sich mal ein Boot auszuleihen, um diese wunderschönen Orte selbst zu entdecken. 

Ein kleines Boot ist bis 15PS führerscheinfrei. Oder sich ein schönes Floss zu mieten.

(Tip hier: Nixe Bootsverleih - www.nixe-bootsverleih.de)

Ich habe für euch die Route als Schnelldurchlauf gefilmt. Diesen könnt Ihr Euch in dem folgenden Video anschauen. (https://www.youtube.com/watch?v=Ns434Nf0H5E). Viel Spaß dabei.